Große Städte sind schneller Veränderung und Weiterentwicklung unterworfen. In den Metropolen der Neuzeit ist ein deutlich anderer Umgang der Menschen mit den Themen Arbeit und Freizeit beobachtet. Außerdem werden neuartige Autos und die Wiederverwertung von Baustoffen das Bild der Stadt der Zukunft bestimmen.


Wissenschaftsjahr 2015

Autonome Autos transportieren Passagiere auf Knopfdruck

Der Einschätzung vieler Forscher zufolge wird sich das Leben von Großstädtern auch weiter schnell verändern. Autonome Autos, neuartige Fabriken direkt in der Stadt und deutlich konsequenteres Recycling sind Themen, die in Zukunft eine Rolle spielen werden. Professor Hans-Jörg Bullinger, der ehemalige Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, weist darauf hin, dass wir bereits erste Veränderungen beobachten können, so beispielsweise der Trend zum Carsharing.


Wenn wir noch ein paar Jahre weiterdenken und wir am Bahnhof ankommen, dann lassen wir das Auto im Parkhaus oder auf dem Parkplatz alleine vorfahren. Im kontrollierten Parkraum ist das kein Problem, dass das Fahrzeug autonom fährt. Und vielleicht fährt es noch später auch ganz autonom weiter,” kommentiert Bulliger eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in Stuttgart namens “Trendreport Stadt”.

Auch Sven Gabor Janszky, der das Trendinstitut 2b Ahead in Leipzig leitet, geht davon aus, dass sich der Trend zum automatischen Auto fortsetzen wird. Er erwartet, dass uns in den nächsten fünf Jahren Autos per Knopfdruck zum Parkplatz fahren werden. “Und in acht bis zehn Jahren werden in den Großstädten Taxis langsam ersetzt durch tatsächlich selbstfahrende Autos,” sagt Janszky. Diese Vision, die SciFi-Filmen wie “I, Robot” entsprungen zu sein scheint, könnte jedoch bei der Umsetzung auf Probleme wie Haftungsfragen und Sicherheitsbedenken stoßen.

Recycling und urbane Fabriken

Die Forscher des Fraunhofer-Instituts gehen davon aus, dass in modernen Städten zukünftig auch Recycling eine größere Rolle spielen werde. Egal, ob Mikrowelle, Stahlträger oder Fernseher: Mit fortschrittlichem Recycling können Metropolen in reine Rohstoff-Minen verwandelt werden. “Wir wollen an die wertvollen Materialien, etwa aus Autos, wieder herankommen. Und das wird verbrauchernah und stadtnah geschehen”, so Bullinger.

Städte sollten außerdem einen besseren, weil engeren, Übergang zwischen Arbeitszeit und Freizeit ermöglichen. Würde man beispielsweise Fabriken wieder in die Stadt statt in Außenbezirke verlegen, könnten Angestellte viel Zeit sparen. “Früher haben wir gesagt, die Fabriken müssen raus aus der Stadt, die machen Krach, die stinken, die belasten die Umwelt. Heute haben wir viele Fabriken, die machen keinen Lärm mehr und haben keine schädlichen Emissionen mehr,” so Bullinger weiter.

Erste derartige Veränderungen lassen sich in manchen Städten schon beobachten. So plant Singapur zum Beispiel fahrerlose Taxis. Außerdem hat das Bundesforschungsministerium das Wissenschaftsjahr 2015 unter das Motto “Zukunftsstadt” gestellt.

Quelle: dpa

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