Laut verschiedenen Studien trinken rund 85 Prozent der Erwachsenen in den Vereinigten Staaten täglich mindestens einen Kaffee. Viele davon dürften dies nicht alleine aufgrund des Geschmacks tun, sondern wegen der belebenden Wirkung. So kann das Koffein die Müdigkeit vertreiben und die Aufmerksamkeit erhöhen. Dies gilt insbesondere in Zeiten, in denen jemand nicht ausreichend Schlaf bekommt. Die US-Armee hat nun einen Algorithmus entwickelt, der das tägliche Kaffee-Ritual mit wissenschaftlichen Daten unterfüttern soll. Das Ziel: Durch die richtige Menge an Koffein zur richtigen Zeit soll die Aufmerksamkeit deutlich gesteigert werden. Tatsächlich haben erste Tests gezeigt, dass Verbesserungen um bis zu 64 Prozent erzielt werden können. Oder anders herum: Die Menge an konsumierten Koffein kann teilweise um fast zwei Drittel gesenkt werden, ohne dass sich die Wachsamkeit verringert.


Foto: Perfect appucino at Sump Coffee , Brandon Shea, Flickr, CC-BY 2.0

Der Algorithmus muss stets mit individuellen Daten rechnen

Der Algorithmus beruht im Wesentlichen auf zwei Datenquellen. Zum einen müssen die Schlafenszeiten und der Kaffeekonsum genau erfasst werden. Hinzu kommen sogenannte „Psychomotor vigilance tasks“. Dabei wird unter anderem gemessen, wie lange jemand benötigt, um auf ein optisches Signal zu reagieren. Auf dieser Grundlage kann der Algorithmus dann berechnen, wann jemand wie viel Kaffee trinken sollte, um seine volle Leistungsfähigkeit zu erreichen. Notwendig ist diese individuelle Berechnung, weil jeder Körper ein bisschen anders auf das Koffein reagiert. Es können daher keine für alle gültigen Regeln aufgestellt werden. Bisher war man bei der Wahl des richtigen Zeitpunkts und der idealen Menge allerdings ausschließlich auf seine eigenen Erfahrungswerte angewiesen, während zukünftig ein Algorithmus Hilfestellung bieten kann.

Das Militär hat eine zivile Nutzung ermöglicht

Durchgeführt wurde die Entwicklung des Algorithmus vom „U.S. Army Medical Research and Materiel Command“. Es ist daher offensichtlich, dass die Forschung in erster Linie militärischen Zwecken dienen soll. Inzwischen wurden die Ergebnisse allerdings als so interessant eingestuft, dass auch eine Variante für die zivile Nutzung lizenziert wurde. Auf Basis des Algorithmus soll nun eine App entwickelt werden. Diese könnte im Idealfall die Schlafzeiten selbst erfassen und zudem verschiedene Reaktionstests anbieten. Kombiniert mit den eingegebenen Daten zum eigenen Kaffeekonsum könnten daraus dann Optimierungshinweise generiert werden. Wem das alles zu viel Wissenschaft ist, der kann seinen Kaffee allerdings auch weiterhin nach Lust und Laune genießen: Die gesundheitsfördernde Wirkung entsteht auch dann.


Via: New Atlas

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