Im Eishockey und im American Football war es lange Zeit üblich, dass die Spieler trotz einer Gehirnerschütterung weiter spielten. Die Folgen davon können allerdings verheerend sein. Bei ehemaligen Sportlern der beiden US-Profiligen NHL und NFL treten im Alter überdurchschnittlich oft neurologische Erkrankungen auf. In den letzten Jahren ist daher die Sensibilität für dieses Thema stark gestiegen. Doch während die Profiteams über spezialisierte Ärzteteams verfügen, die klären können, ob eine Gehirnerschütterung vorliegt, müssen Amateursportler und -trainer oftmals nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden. Australische Ärzte haben nun aber die App „HeadCheck“ entwickelt, die die Diagnose von Gehirnerschütterungen auch für Laien erleichtern soll.


Brain Scan
Foto: MRT Scans, Gerwin Sturm, Flickr, CC BY-SA 2.0

App fragt die Schwere der Symptome ab

„Kinder werden oftmals zu schnell wieder auf das Feld gelassen, aber das passiert, weil Kinder darauf drängen zurück zu dürfen und es schwierig sein kann, zu erkennen, wie schwer eine Verletzung wirklich ist“, erklärt Prof. Vicky Anderson vom „Murdoch Childrens Research Institute“ die Problematik. Denn Gehirnerschütterungen können verschiedene Symptome hervorrufen und sind daher nicht immer sofort zu erkennen. Die HeadCheck-App soll daher die Nutzer durch einen Fragebogen leiten, der systematisch die Symptome und deren Heftigkeit abfragt. Am Ende gibt die App dann entweder Entwarnung oder rät sogar dazu einen Arzt aufzusuchen. Bei dieser Methode ist die App also darauf angewiesen, dass die Betroffenen die Fragen gewissenhaft beantworten.

Bald soll auch die Genesung überwacht werden

Wirklich übermotivierte Kids, die unbedingt weiterspielen wollen, können also schlicht die Antworten manipulieren, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Für alle anderen Hobby-Sportler kann die App aber wertvolle Hinweise über die Schwere der Verletzung geben und so Spätfolgen und langwierige Probleme zu vermeiden. Bisher kommen allerdings nur Sportler mit einem Apple-Gerät in den Genuss dieser Unterstützung. Die Wissenschaftler wollen nun aber 15.000 Dollar einsammeln, um eine Android-App zu entwickeln. Außerdem soll die bestehende App erweitert werden und zukünftig auch den Genesungsprozess begleiten.


Via: news.com.au

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