Eigentlich gibt es in China nicht gerade zu wenig Unternehmen, die Elektroautos und die dafür notwendigen Batterien produzieren. Im Gegenteil: Beobachter sprechen bereits von einer Blase und prognostizieren einen Crash. Die Mehrzahl der heute existierenden Betriebe wäre demnach nicht langfristig überlebensfähig. Verstärkt werden könnte diese Entwicklung nun durch die Ankündigung des chinesischen Unternehmens Evergrande. Denn die Firma will insgesamt 23 Milliarden Dollar investieren, um zukünftig eine Millionen Elektroautos pro Jahr zu produzieren. Außerdem soll eine Batteriefabrik mit einer Kapazität von 500 MW entstehen. Sollten die Pläne tatsächlich so umgesetzt werden, dürfte die Konkurrenz im Bereich der Elektroautos in China noch einmal deutlich zunehmen.


Die Wurzeln des Unternehmens liegen im Immobiliensektor

Leisten könnte sich der Konzern ein solches Investment grundsätzlich schon. Denn Evergrande ist das zweitgrößte Immobilienunternehmen Chinas und hat im Zuge des landesweiten Aufschwungs enorme Gewinne eingefahren. Heute wird das Unternehmen mit mehr als 100 Milliarden Dollar bewertet und erwirtschaftet jährlich einen Umsatz von mehr als 40 Milliarden Dollar. Neben dem Immobiliengeschäft hat das Unternehmen inzwischen aber auch in zahlreiche weitere Branchen investiert. So ist der Konzern auch in der Landwirtschaft aktiv, baut Solaranlagen und verkauft Babynahrung. Fußballfans dürften den Namen ebenfalls bereits gehört haben. Denn der Verein Guangzhou Evergrande verpflichtete in den letzten Jahren zahlreiche bekannte Namen – beispielsweise den Stürmer Lucas Barrios sowie die Trainer Marcello Lippi und Felipe Scolari.


Mit viel Geld wurde das nötige Wissen eingekauft

Noch wichtiger dürfte allerdings sein, dass Evergrande auch im Bereich der Elektromobilität bereits einige Investments getätigt hat. So wurde beispielsweise die Mehrheit an dem Unternehmen NEVS übernommen. Die Firma ist in Deutschland vor allem bekannt, weil sie einige Patente des ehemaligen schwedischen Autobauers Saab übernommen hat. Außerdem kaufte Evergrande den Batteriehersteller Shanghai Cenat New Energy und investierte in die Sportwagenschmiede Koenigsegg. Das auf diese Weise erworbene Wissen soll nun gebündelt werden, um auch selbst Elektroautos zu bauen. Nicht alle Investments des Unternehmen im Automobilbereich waren allerdings ausschließlich erfolgreich. So steckte Evergrande viel Geld in das Startup Faraday Future. Die Manager dort konnten ihre eigenen großen Ankündigungen aber nur selten mit Leben füllen.

Via: Electrek

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