Das Umwandeln von elektrischen Signalen im Gehirn in elektrische Steuersignale für diverse Geräte ist ein Forschungsbereich, der das Leben vieler Querschnittsgelähmten verbessern könnte. Ein Projekt der University of Pittsburg forscht in genau diesem Bereich. Kürzlich wurde ein weiterer Durchbruch erreicht, als eine Frau, die vor einigen Monaten noch für Aufsehen sorgte, indem sie einen automatischen Robotorarm mit ihren Gedanken kontrollierte, einen Kampfjetsimulator auf die selbe Art und Weise steurte.


Am Anfang war ein Arm

Jan Scheuermann ist eine 55-jährige zweifache Mutter, die an einer seltenen neurodegenarativen Krankheit leidet, in deren Verlauf sie 2003 vom Hals abwärts gelähmt wurde. Fast ein Jahrzeht später meldete sich Scheuermann für ein Studienprojekt der University of Pittsburg an. Daraufhin implantierten Chirurgen zwei Neuro-Netze in ihrem Gehirn, mit denen elektronische Signale im Bereich des Motocortex, dem Teil des Gehirns, das für das Steuern von Bewegungen zuständig ist, registriert werden können. Spezifischer können vor allem Signale registriert werden, die die Bewegungen des rechten Armes und der rechten Hand kontrollieren.


Danach wurden mittels eines speziellen Algorithmus bestimmte elektrische Signale mit bestimmten Armbewegungen verknüpft. Dadurch gelang es schließlich, Scheuermann einen Roboterarm mit ihren Gedanken steuern zu lassen. Nach einer Gewöhnungsphase kann sie mit dem Arm Gegenstände bewegen und sogar High Fives verteilen.

Scheuermann steuert einen virtuellen Jet mit ihren Gedanken

Da sie die Sensoren so gut tolerierte und auch mit der Steuerung des Arms gut klar kam, nahm Scheuermann daraufhin an einem Projekt der DARPA, der Defense Advanced Research Projects Agency, teil. Dabei steuerte sie einen F–35 Joint Strike Jet alleine mit ihren Gedanken. Nach eigener Aussage denkt sie dabei eher daran, den Jet direkt zu kontrollieren, anstatt gedanklich die Hilfe eines Joysticks in Anspruch zu nehmen. „“For someone who’s never flown—she’s not a pilot in real life—she’s flying that simulator directly from her neural signaling, so DARPA-Direktor Arati Prabhakar.

Das Projekt sagt viel darüber aus, wie weit das Verständnis des menschlichen Gehirns inzwischen fortgeschritten ist. Die Technologie ist aber noch weit davon entfernt, im täglichen Leben von gelähmten Menschen genutzt zu werden. Arati Prabhakar wies außerdem darauf hin, dass das Projekt auch mit ethischen Implikationen einhergeht: “In doing that work, we’ve also opened this door. We can now see the future where we can free the brain from the limitations of the human body. We can all imagine amazing good things and amazing potentially bad things that are on the other side of that door.

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