Vor allem Windows-User kommen kaum noch ohne die Nutzung sogenannter Anti-Virus-Programme aus. Die kleinen Helfer sind zum Schutz des Systems nahezu unverzichtbar. Egal, ob man sich für Kapersky, McAffee oder ein anderes Programm entscheidet, sie haben eines gemeinsam: Der Schutz ist “passiv”, soll heißen, er setzt erst ein, wenn die Schadsoftware bereits auf dem System ist. Namenhafte Hersteller arbeiten jetzt an einer Methode zum Schutz von Computersystemen, die auf aktivere Schutzmechanismen setzt.


Passiver Schutz führt zu Problemen

Die neue Methode setzt auf Hardware anstatt auf Software. Neben BitDefender arbeiten auch Nodal und Itus Networks an einer entsprechenden Lösung. Statt auf reaktiven Schutz agiert die neue Methode aktiv und greift Schadsoftware an der Quelle an.


Momentane Sicherheitssoftware überlässt dem Hacker die Initiative. Es wird mindestens ein infiziertes System in einem Netzwerk benötigt, um die Aufmerksamkeit des Scanners zu erregen. Danach macht die Software sich daran, das ungewollte Programm, Skript oder was auch immer zu entfernen.

In dieser Tatsache liegt der große Nachteil aktueller Sicherheitssoftware. Manche Viren springen jahrelang von PC zu PC, bevor sie entdeckt werden. Sie wurden speziell geschrieben, um die Scanner der gängigen Anti-Viren-Programme zu umgehen. Glaubt man den Daten von Statista, so führt die steigende Zahl von Virusinfektionen zu fallenden Kundennummern für die meistens auf Abo-Modelle ausgelegten Anti-Viren-Programme.

Aktiver Schutz ist die Zukunft

In einer Zeit, in der das sogenannte “Internet of Things” immer mehr Geräte in Netzwerke einbindet, ist effektiver Virenschutz ein wichtiges Thema.

Die Zukunft liegt in Virusschutz durch Hardware. Mehrere Hersteller arbeiten an kleinen Boxen, die in ein Netzwerk eingehende Verbindungen tausende Male pro Sekunde auf verdächtige Pakete überprüfen. Statt auf eine Attacke zu warten und dann “den Stachel zu ziehen”, werden die Angriffe verhindert, bevor sie überhaupt stattfinden. Die kleinen Boxen greifen auf Cloud-Technologie zurück, um effektiver arbeiten zu können.

Bogdan Botezatu, der als E-Threat-Analyst bei BitDefender arbeitet, erklärt die neue Technologie so: “As it stands today, there isn’t a reliable solution in software or hardware that will be able to protect the Internet of Things. Classical routers don’t have the option to customize your personalized threat profile as you’re attacked, and without that information and data being utilized for the next one, it’s only a matter of time before a hacker figures out how to get inside your network. [Box’s] main advantage over antivirus software suites is that we don’t make use of signatures, or install firmware on the device which could be easily altered to allow threats through your router.

BitDefenders Box lagert den kompletten heuristischen Prozess des Paket-Scans auf Server außerhalb des Netzwerkes aus. So wird ein effektiverer Schutz erreicht, der auch deutlich vor herkömmlicher Software ansetzt.

Auch mobile Geräte können so geschützt werden

Für die Sicherheit von iOS und Android war es nicht gerade ein gutes Jahr. Kein Wunder, denn Systeme in den Weiten des mobilen Netzes können nur schwer geschützt werden. Auch daran haben Firmen wie BitDefender und Numa gedacht. Mittels einer speziellen App kann das Smartphone oder Tablet direkt mit der Box zu Hause verlinkt werden, die dann eingehenden Traffic direkt scannt. Das geht natürlich ein wenig auf Kosten der Geschwindigkeit, aber dieser Preis sollte für effektiven Schutz nicht zu hoch sein. Die Apps sollen noch in diesem Jahr erscheinen, zusammen mit der Hardware.

Ob sich die Versprechen der Hersteller tatsächlich bewahrheiten werden, bleibt abzuwarten. Wer Teil von dem sein will, was die Unternehmen als “Revolution der Software-Sicherheit” bezeichnen, der kann die BitDefender Box für 199 US-Dollar vorbestellen. Im Preis inbegriffen ist das erste Jahr der Nutzung. Jedes weitere Jahr danach soll 99 US-Dollar kosten. Informationen über Release und Preis der Geräte der anderen Hersteller sollten im zweiten Quartal 2015 bekannt werden.

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