Kaum ein Smartphone-Besitzer kommt inzwischen ohne aus: Smartphone-Hüllen schützen das teure Gerät und geben ihnen einen individuellen Touch. Bhaskar Mitra von der Universität in Kopenhagen hat eine Smartphone-Hülle entwickelt, die sicher keinen Schönheitspreis gewinnen kann. Dafür aber kann sie Wasser auf Verunreinigungen hin untersuchen und teilweise sogar reinigen.


Sauberes Wasser dank Smartphone-Hülle

Die Smartphone-Hülle von Mitra verfügt über eine UV-Lampe sowie Filter für Kamera und Lampe. Mit Hilfe einer App kann der Nutzer so die Handkamera verwenden, um Wasser auf Verunreinigungen wie Glassplitter, Sand und sogar Mikroorganismen wie Cholera- oder Listeriabakterien zu untersuchen. Danach kann die UV-Lampe eingesetzt werden, um die Organismen abzutöten. Die Erkennungsmethode ist dabei wahrlich nicht neu, aber die Umsetzung in derart geringer Größe schon. Ihre Energie bezieht die Hülle von Solarzellen, die auch eingesetzt werden können, um das Smartphone zu laden.


Nach einem Jahr Entwicklungszeit hat Mitra seine Hülle schließlich vorgestellt. Es gibt allerdings noch Schwachstellen. Die Begutachtung des Wassers muss im Dunklen stattfinden. Schwerwiegender ist jedoch, dass die UV-Lampe nur die Organismen abtöten kann, die an der Oberfläche des Wassers schwimmen. Wasser mit Hilfe der Hülle gänzlich zu säubern ist also eine große Herausforderung. Bei Oberflächen, die mit kontaminierten Wasser in Berührung kamen, kann die Methode aber sehr hilfreich sein.

In einigen Fällen tötet es die Mikroorganismen definitiv ab. Es ist nur schwer einzuschätzen, wie viele. Es sorgt aber auf jeden Fall dafür, dass sie sich nicht weiter vermehren”, so Mitra.

Einsatz in Entwicklungsländern

Momentan arbeitet Mitra daran, seine Erfindung noch weiter zu verbessern. Die Technologie soll letztlich vor allem in Entwicklungsländern wie Westbengalen in Indien zum Einsatz kommen, der Heimat Mitras. “Ich habe mir Sorgen um die Menschen bei mir zu Hause gemacht und hielt es deshalb für nötig, die Technologie zu entwickeln. In Europa ist das Leitungswasser sicher zum Trinken, in Südasien nicht unbedingt. Es ist ein tägliches Problem für Millionen von Menschen”, so Mitra weiter.

Die Kosten der Hülle schätzt Mitra auf etwa 40 Euro. Laut Mitra zeigte das norwegische Telekommunikationsunternehmen Telenor bereits Interesse an der Erfindung.

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