Solarfarmen zu errichten ist grundsätzlich eine gute Sache. Immerhin kann so für eine nachhaltige Stromversorgung gesorgt werden. Klar ist aber auch: Die Solarpanele nehmen oftmals viel Platz in Anspruch. Schon seit einiger Zeit wird daher an Konzepten gearbeitet, um die entsprechenden Flächen noch zusätzlich nutzen zu können. In Deutschland beispielsweise experimentieren Bauern damit, Nutzpflanzen unterhalb von hochstehenden Solarmodulen anzubauen. Die Firma PineGate Renewables geht hingegen einen anderen Weg und stellt den Schutz der Bienen in den Mittelpunkt ihrer Bemühungen. Auf einer Solarfarm im US-Bundesstaat Oregon wurden daher 48 Bienenstämme angesiedelt. Es handelt sich somit um die größte Bienen-Solarfarm der Welt. Experimente hatten zuvor gezeigt: Die Stromproduktion wird durch die kleinen Tiere nicht beeinträchtigt.


Bild: PineGateRenewables

Oregon hat unter dem Verlust von Bienen zu leiden

Oregon wurde zudem nicht zufällig als Standort ausgewählt. Eine Umfrage unter den lokalen Imkern dort hatte im Jahr 2016/17 ergeben, dass rund ein Drittel der Bienenkolonien in dem Bundesstaat verloren gegangen waren. Weniger Bienen bedeuten aber nicht nur weniger Honig, sondern wirken sich auch auf andere Bereiche der Landwirtschaft aus. So spielen die Tiere etwa bei der Bestäubung von Pflanzen eine entscheidende Rolle. Die Solarfarm mit den integrierten Bienenstöcken stellt also gewissermaßen den Versuch dar, den Bienen in Oregon eine neue Heimat zu bieten. Deshalb wurde das Grundstück auch mit bienenfreundlichen Pflanzen bestückt, um den Tieren ausreichend Nahrung und Lebensraum zu bieten. Außerdem sollen die Böden so besser in der Lage sein, Wasser aufzunehmen und grundsätzlich zu einem gesünderen Öko-System beitragen.

Die Natur in der Umgebung wird positiv beeinflusst

Die Eagle Point genannte Solarfarm mit Bienenstöcken könnte zudem lediglich der Anfang eines größeren Projekts sein. Denn alleine in Oregon besitzt PineGate Renewables noch drei weitere ähnliche Anlagen. Auch hier kommt eine bienenfreundliche Umrüstung infrage – vorausgesetzt der Ansatz erweist sich als erfolgreich. Für die Zukunft bietet die Kombination aus Solarenergie und Bienenstock zudem grundsätzlich neue Möglichkeiten. So könnten auf diese Weise etwa konkrete Projekte zum Schutz von Bienen finanziert werden. In diesem Fall kämen die Bienen dann nicht mehr zu bereits existierenden Solarfarmen, sondern diese würden explizit dort errichtet, wo mehr Bestäuber benötigt werden. Tests in Großbritannien haben jedenfalls bereits gezeigt, dass Bienen-Solarfarmen die Natur in der Umgebung positiv beeinflussen.


Via: Inhabitat

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