Pharmafirmen wird oft vorgeworfen, dass ihre Medikamente zu teuer für die Menschen in den Entwicklungsländern sind. Außerdem gibt es ein strukturelles Problem: Weil die Kaufkraft in den betroffenen Staaten so niedrig ist, fließt auch ein Großteil der Forschungsgelder eher in Krankheiten, die in Industrieländern häufig vorkommen. Bereits seit einigen Jahren gibt die niederländische Organisation „Access to Medicine Foundation“ daher jährlich ein Ranking heraus, in dem das Engagement der Pharmafirmen für die Menschen in Entwicklungsländern bewertet wird. Immerhin auf Platz vier der Liste steht mit dem Darmstädter Pharmakonzern Merck auch ein deutsches Unternehmen. Noch besser schnitten lediglich die britische Firma Glaxo Smtih Kline, der Schweizer Novartis-Konzern und das US-Unternehmen Johnson & Johnson ab.


Medikamente

Merck kämpft gegen die Bilharziose

Als Beispiel für das Engagement von Merck gilt der Kampf gegen die Bilharziose. Von der Wurmkrankheit sind weltweit rund 200 Millionen Menschen betroffen – die allermeisten davon in Schwellen- und Entwicklungsländern. Übertragen wird die Infektion über verunreinigtes Wasser beim Schwimmen oder Wäsche waschen. Anschließend frisst sich der Erreger in das Gewebe und die Lunge der Patienten. Jährlich kommt es dadurch – vor allem auf dem afrikanischen Kontinent – zu 280.000 Todesfällen. Mit dem Medikament Praziquantel gibt es allerdings ein sehr wirksames Gegenmittel, das aber für die meisten Patienten zu teuer ist. Der Merck-Konzern spendet daher jährlich 100 Millionen Tabletten und arbeitet gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation WHO daran, die Bilharziose vollständig auszurotten.


Nur eine handvoll Firmen engagieren sich stark

Die anderen deutschen Pharmakonzerne schnitten deutlich schlechter ab: Boehringer Ingelheim landete auf Platz 14, der Bayer-Konzern kam auf den 16. Platz. Insgesamt fiel das Fazit der Experten dann auch eher bescheiden aus: Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit für Länder mit niedrigen Einkommen wird aktuell hauptsächlich von einer handvoll Firmen übernommen. Viele andere Unternehmen behandeln diesen Bereich hingegen eher stiefmütterlich oder übernehmen sogar gar keine Anstrengungen in diese Richtung. Die Situation ist dadurch fragil: Sobald nur eines der fünf führenden Unternehmen ebenfalls sein Engagement beendet, hätte dies für die ärmsten Menschen der Welt fatale Folgen. Der Appell der Organisation „Access to Medicine“ ist daher eindeutig: Deutlich mehr Firmen müssen ihre Anstrengungen in diesem Bereich intensivieren.

Via: Wiwo

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