Millionen Patienten in aller Welt profitieren von kleinen Elektrogeräten in ihren Körpern. Das bekannteste Beispiel in diesem Zusammenhang dürfte sicherlich der Herzschrittmacher sein. Bisher werden die Geräte durch eine integrierte Batterie mit Strom versorgt. Das Problem: Diese muss alle fünf bis zehn Jahre ausgetauscht werden. Möglich ist dies aber nur durch eine erneute Operation. Diese Vorgehensweise ist nicht nur vergleichsweise teuer, sondern bringt auch zusätzliche Risiken mit sich. Denn auch Routineoperationen sind nie vollkommen ungefährlich. Forscher der „Thayer School of Engineering“ in Dartmouth haben nun allerdings möglicherweise eine interessante Lösung für das Problem entwickelt: Einen Herzschrittmacher, der durch die kinetische Energie des Herzens mit Strom versorgt wird.


Nebenbei können auch wichtige Daten gesammelt werden

Dafür wurde in das Gerät eine dünne piezoelektrische Polymerfolie mit dem etwas ungewöhnlichen Namen „PVDF“ integriert. Diese ist in der Lage schon kleinste Bewegungen in Elektrizität zu verwandeln. Weil der Energieverbrauch von Herzschrittmachern schon heute sehr niedrig ist, reicht dies aus, um das lebensrettende Implantat dauerhaft mit dem benötigten Strom zu versorgen. Die Forscher gehen in ihren Überlegungen aber sogar noch einen Schritt weiter. Denn theoretisch kann das Material auch als Sensor genutzt werden, mit dem etwa die Gleichmäßigkeit des Herzschlags gemessen wird. Auf diese Weise wäre eine dauerhafte Überwachung in Echtzeit zu realisieren, ohne dass dies für den Patienten mit übermäßigen Einschränkungen verbunden ist.


In fünf Jahren könnte ein fertiges Produkt auf den Markt kommen

Die beteiligten Wissenschaftler gehen aktuell davon aus, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre ein marktreifes Produkt entstehen könnte. Die nächsten beiden Jahre sollen nun genutzt werden, um die präklinische Phase zu vollenden. Am Ende dieses Prozess stünde die offizielle Zulassung durch die Behörden. Dann könnten die ersten Prototypen auch unter realen Bedingungen getestet werden. Bisher fanden lediglich einige Versuche bei Tieren statt. Diese verliefen sehr vielversprechend. Später einmal soll die neue Technologie zudem nicht nur für Herzschrittmacher genutzt werden, sondern auch für andere im Körper befindliche medizinische Implantate, die mit Strom versorgt werden müssen. Spätestens dann würde es sich um einen Milliardenmarkt handeln.

Via: Engadget

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