Sikkim ist ein kleiner indischer Bundesstaat, der ganz im Norden des Landes zwischen Bhutan und Nepal liegt. Bis zum Jahr 1975 handelte es sich noch um ein eigenständiges Königreich. Heute wird der Premierminister demokratisch gewählt. Besonders viele Machtwechsel gab es in den letzten Jahren allerdings nicht: Seit 1994 steht Pawan Kumar Chamling an der Spitze des Bundesstaats. Er war es auch, der vor 15 Jahren einen revolutionären Wandel in die Wege leitete: Auf den Äckern von Sikkim sollten zukünftig keine Pestizide und künstlichen Düngemittel mehr zum Einsatz kommen. Inzwischen wurde dieser Zustand tatsächlich erreicht und es können erste Erfolge beobachtet werden: So konnte die Artenvielfalt weitgehend erhalten bleiben, während sich die Zahl der Touristen stark erhöht hat. Auch die Ernährung der Einwohner und die Gesundheit der Bevölkerung haben sich verbessert.


Bild: By Kalyan (Flickr) [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Die Ausbildung der Farmer spielt eine entscheidende Rolle

Der indische Premierminister Narendra Modi verweist daher immer wieder auf Sikkim, um die Förderung von biologischer Landwirtschaft zu begründen. Andere Bundesstaaten haben zudem bereits angekündigt, dem Beispiel zu folgen – etwa Kerala und Meghalaya. Selbiges gilt für das benachbarte Königreich Bhutan. Ganz einfach dürfte die Umstellung allerdings nicht verlaufen. Denn auch Chamling gibt zu: „Als wir uns entschieden haben, in Sikkum auf rein biologische Landwirtschaft zu setzen, standen wir vor zahlreichen Herausforderungen.“ Die vielleicht größte Bestand darin, den Farmern erst einmal zu erklären, wie Landwirtschaft ohne den Einsatz künstlicher Hilfsmittel funktioniert und welche Vorteile dadurch entstehen. Oberste Priorität hatten daher von Beginn an Programme zur Weiterbildung der in der Landwirtschaft beschäftigten Menschen.

Den Landwirten sollen direkte Absatzkanäle erschlossen werden

Später traten dann nach und nach die verschiedenen Verbote in Kraft. Inzwischen könnte die Regierung in diesem Bereich aber etwas zu weit gegangen sein. Seit April ist nämlich sogar der Import von konventionell produzierten landwirtschaftlichen Produkten aus anderen Bundesstaaten verboten. Dies hat zu teilweise massiven Preissteigerungen in Sikkim geführt. Viele Landwirte beschweren sich zudem, dass ihre Ernteerträge zurück gegangen seien und dies nicht ausreichend durch Maßnahmen der Regierung kompensiert wurde. Neuerdings soll den Landwirten daher ein direkter Zugang zu den Abnehmern ermöglicht werden. So hat Sikkim zwei Märkte eingerichtet, auf denen die lokalen landwirtschaftlichen Produkte direkt an die Endverbraucher verkauft werden können. Mehr als zwei Dutzend neue Lastwagen sollen zudem einen schnellen Transport sicherstellen.

Via: Washington Post


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