Australische Forscher haben einen Scanner entwickelt, der innerhalb von Minuten ein dreidimensionales Bild des Gehirns zeichnet. Darauf sind Symptome für einen Schlaganfall oder andere Erkrankungen des Gehirns zu sehen. Das Gerät ist so klein, dass es in einem Kranken- oder Notarztwagen stationiert werden kann. Es arbeitet mit energetisch schwachen Mikrowellen, die vor allem aus der Küche bekannt sind (Mikrowellenofen). Sie sind allerdings so schwach, dass sie das Gewebe im Kopf nicht erwärmen.


Gehirnareale
Foto: brain lobes, Allan Ajifo, Flickr, CC BY-SA 2.0

Australisches Unternehmen sicherte sich die Lizenz

Das Gerät könnte das gleiche Leben erhaltende Potential haben wie der Defibrillator, der 20 Jahre zuvor eingeführt worden ist, meinen die Entwickler. Diese Geräte können sogar von Laien eingesetzt werden, um Herzrhythmusstörungen zu beheben, die zum Tode führen können. Die Lizenz für den 3D-Gehirnscanner hat sich das australische Unternehmen EMvision Medical Devices. Dessen Vorstandschef John Keep, der an der University of Queensland in Brisbane studiert hat, schwärmt von dem neuen Gerät: „Bei einem Schlaganfall können Ärzte schnell feststellen, ob eine Blutung oder ein Pfropf, der eine Ader verschließt, die Ursache ist. Dann kann sofort eine angepasste Behandlung beginnen.“

Hohe Todesrate bei Schlaganfällen

„An Schlaganfällen“, so Keep, „sterben mehr Menschen als an Malaria, Aids und Tuberkulose.“ Ob der Patient vollkommen geheilt werden kann, bleibende Schäden davonträgt oder gar stirbt hänge davon ab, wie schnelle eine Diagnose erstellt werden kann. Jede Stunde, die bis zum Beginn der Behandlung vergeht, lassen das Gehirn um 3,6 Jahre altern.


Die Kosten, die Schlaganfälle verursachen, schlagen im vergleichsweise bevölkerungsarmen Australien jährlich mit fünf Milliarden Dollar (3,25 Milliarden Euro) zu Buche. Hochgerechnet sind es für die Europäische Union mehr als 100 Milliarden Euro.

Ideal auch für entlegene Regionen

Die Lizenz hat UniQuest vergeben, die Vermarktungsagentur der Universität, an der der Prototyp des Scanners entwickelt worden ist. Das hat rund zehn Jahre gedauert. Dean Moss, Chef von UniQuest, glaubt, dass das Gerät auch in ländlichen und abgelegenen Regionen wertvolle Dienste leisten kann. Das Überleben von Menschen, die dort einen Schlaganfall erleiden liege um 20 Prozent unter den Chancen von Städtern.

via University of Queensland

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