Das Geschlecht von Hühnern lässt sich mit einem neuen Test sekundenschnell erkennen, und das schon wenige Tage nach der Befruchtung. Das ebnet den Weg zur Durchsetzung einer Vereinbarung im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD. Danach soll innerhalb von zwei Jahren das Töten von gerade geschlüpften männlichen Küken verboten werden. Derzeit werden pro Jahr allein in Deutschland Millionen dieser putzigen Tierchen geshreddert, weil sie keinen Ertrag versprechen, im Gegensatz zu Legehennen.


Bisherige Tests sind nicht praktikabel

Den Test haben Forscher der medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden und der Klinik für Vögel und Reptilien der Universität Leipzig. Es ist die Fortentwicklung eines Verfahrens, mit dem schon jetzt eine Geschlechtsbestimmung möglich ist. Dazu werden die Eier angebohrt. Durch die Öffnung mit einem Durchmesser von einem Zentmeter lässt sich das Geschlecht erkennen. Anschließend muss das Loch bei Eiern, aus denen angehende Legehennen schlüpfen werden, wieder verschlossen werden. Das Verfahren ist so aufwändig, dass es praktisch nicht anwendbar ist.


Einfaches Spektroskop reicht aus

Die Forscher aus Sachsen untersuchen Eier, die drei bis fünf Tage bebrütet worden sind. In dieser Zeit bildet sich das so genannte embryonale Blutgefäßsystem, das durch die Schale von weißen Eiern sogar mit bloßem Auge zu erkennen ist. Eine Geschlechtsbestimmung ist so nicht möglich. Die Forscher durchleuchten das Ei mit normalem Licht. Das von den Blutgefäßen reflektierte und auch transmittierte Licht wird auf der Eischale aufgefangen und spektroskopisch analysiert. Dazu reicht ein preiswertes Gerät. Das Bild auf der Eierschale enthält nicht nur die Information zum Geschlecht, sondern noch eine Vielzahl anderer Signale. Die werden herausgerechnet. Sobald alle störenden Einflussfaktoren eliminiert sind, lässt sich anhand des Hämoglobinspektrums das Geschlecht bestimmen.

Auch unbefruchtete Eier werden aussortiert

Der Zeitaufwand beträgt nur wenige Sekunden pro Ei. Aussortiert werden nicht nur die Eier mit männlichen Embrios, sondern auch die, die nicht befruchtet sind. Aus diesen Eiern lasse sich beispielsweise hochwertiges Fischfutter herstellen, sagt Professor Maria-Elisabeth KrautwaldJunghanns, die Direktorin der Leipziger Klinik.

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