Das Architekturbüro „Margot KrasojeviÄ Architects“ will auf der chinesischen Insel Hainan ein Hotel errichten, dass gleichzeitig auch als Gezeitenkraftwerk fungiert. Die Fertigstellung ist bereits für das Jahr 2020 geplant. Damit würde es sich dann um das erste Hotel der Welt mit einer positiven Energiebilanz handeln. Allerdings ist in Norwegen bereits ein ähnliches Projekt in Planung, das rund ein Jahr später fertig sein soll. Die Insel Hainan eignet sich für den Bau eines solch außergewöhnlichen Hotels besonders gut, weil es dort auf der einen Seite Buchten mit viel Wind und einer starken Flut gibt. Auf der anderen Seite gibt es aber auch ruhigere Ecken, in denen die Touristen nicht so stark den Naturgewalten ausgesetzt sind.


Bild: Margot KrasojeviÄ Architects

Ein Teil des sauberen Stroms soll eingespeist werden

Erzeugt wird die Energie über Turbinen, die teilweise im Sand vor der Küste eingegraben sind. Zum Teil wird das Wasser aber auch durch spezielle Leitungen geführt, in denen ebenfalls Strom gewonnen wird. Die Berechnungen der Architekten gehen davon aus, dass auf diese Weise mehr Energie gewonnen werden kann, als der Betrieb des Hotels verbraucht. Der Überschuss soll dann in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Auch deshalb sprechen die kreativen Köpfe hinter dem Projekt etwas hochtrabend davon, zukünftig solle man Hotels nicht mehr mit Verschwendung, sondern mit Nachhaltigkeit in Verbindung bringen. Wichtiger dürfte allerdings ein anderer Aspekt sein: Die Stromerzeugung lohnt sich auch aus wirtschaftlicher Sicht.

Die Technik hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht

Denn bisher ist das Hotelgeschäft oftmals sehr saisonal. Die Betreiber machen ihre Gewinne also in der kurzen Phase der Hochsaison mit vielen Besuchern. Durch das Geschäft mit der nachhaltigen Stromproduktion könnten sich die Einnahmen allerdings etwas gleichmäßiger über das Jahr verteilen. Herbststürme beispielsweise könnten zwar einige Besucher abschrecken, die Turbinen würden aber weiterhin eine konstante Einnahmequelle darstellen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Technik auch funktioniert. Bisher nämlich erwiesen sich die meisten Meereskraftwerke langfristig als unrentabel, weil sie den gewaltigen Kräften des Meeres nicht gewachsen waren und zu oft gewartet und repariert werden mussten. In den letzten Jahren sind auf diesem Gebiet aber erhebliche Fortschritte gemacht worden – auch weil unter anderem Apple Geld in die Forschung investiert hat.

Via: Inhabitat


Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

1 Kommentar

  1. Jan

    9. Mai 2018 at 12:01

    Nach dem Titel gewinnt das Hotel bereits Energie aus dem Meer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.