Edwin und Liesbeth ter Velde wollen in rund einem Monat zu einer ganz besonderen Reise aufbrechen: Vom Union-Gletscher im Westen der Antarktis fahren sie innerhalb von 30 Tagen bis zum Südpol und zurück. Das alleine klingt schon nach einem gewaltigen Abenteuer. Die Besonderheit des Trips liegt allerdings in dem verwendeten Fahrzeug. Denn die Solar Voyager weist gleich drei Besonderheiten auf: Sie besteht zum größten Teil aus altem Plastikmüll, wurde mithilfe von 3D-Druckern gebaut und soll alleine durch die Kraft der Sonne ans Ziel gelangen. Um ausreichend Platz für die benötigten Solarmodule zu haben, zieht das eigentliche Fahrzeug zudem noch zwei Anhänger hinter sich her. Alles in allem ist die Konstruktion 16 Meter lang, wiegt 1.485 Kilogramm und verfügt über acht Räder.


200 Kilogramm Plastikmüll wurden verbaut

Am Beginn des Projekts stand vor allem eine Vision des Pärchens: Sie wollten zeigen, was mit altem Plastikmüll alles möglich ist. Als Rohstoff dienten daher rund 200 Kilogramm an PET-Abfällen. Diese wurden zu einem eigens entwickelten Filament verarbeitet, aus dem die 3D-Drucker dann hexagonale Teile anfertigten. Die Einzelteile wiederum bildeten schließlich die Basis des Fahrzeugs. Zusammengehalten werden die einzelnen Blöcke von speziellen Knöpfen, die ebenfalls aus dem 3D-Drucker stammen und selbst bei extremer Kälte für einen sicheren Halt sorgen sollen. Zusätzlich wurden zehn klassische Solarmodule verbaut, die den Elektromotor mit Energie versorgen. Für den Notfall befinden sich außerdem zwei Batterien mit einer Gesamtkapazität von 10 kWh an Bord.


Drohnen könnten die verwendete Solartechnologie ebenfalls nutzen

Die beiden Niederländer beschreiben ihre Mission folgendermaßen: „Um eine vollständige Kreislaufwirtschaft zu erreichen, müssen wir damit beginnen, Dinge einfach anders zu machen. Unsere Expedition ist ein Beispiel dafür, wie weit man kommen kann, wenn man einfach anfängt, neue Dinge auszuprobieren, anstatt nur über abstrakte Lösungen zu diskutieren.“ Gleichzeitig ist aber auch die verwendete Technologie durchaus interessant. Denn bisher werden Solarmodule in der Antarktis nur vergleichsweise selten genutzt. Grundsätzlich besteht dort also noch gewaltiges Potential – etwa beim Betrieb von Forschungsdrohnen. Ganz alleine werden Edwin und Liesbeth ter Velde allerdings nicht durch die Antarktis fahren. Vielmehr werden sie von drei Leuten begleitet, die die Expedition filmisch festhalten sollen.

Via: Inhabitat

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