Wie Hertha BSC in die neue Saison starten wird, steht in den Sternen. Sicher ist hingegen, dass die Berliner all ihren Konkurrenten in Sachen digitaler Ticketverkauf mehr als bloß eine Nasenlänge voraus sind. Wer will, kann von nun an den Facebook-Messenger zum Kauf von Eintrittskarten nutzen.


So einfach gelingt der Ticketkauf per Bot


Um Tickets im Facebook-Messenger von Hertha BSC kaufen zu können, muss dieser zunächst in die Suche eingeben werden, falls er nicht ohnehin schon als Kontakt hinzugefügt wurde. Der Bot begrüßt den Nutzer dank künstlicher Intelligenz recht persönlich mit „Ha ho he (Username)! Willkommen im Hertha BSC TicketBot!“. Nun braucht man nur noch auf „Los geht’s!“ klicken, um mit dem virtuellen Chatpartner kommunizieren zu können. Die Eintrittskarten werden somit recht flott angeboten. In der Folge können dann auch die Sitzplätze nach Wunsch ausgesucht werden. Hat der User keine Vorstellung von der Sicht auf den Rasen, kann er sich den Blick anzeigen lassen. Zum Bezahlen der als Mobile-Tickets auf dem Smartphone verfügbaren Eintrittskarten geht es in den Hertha BSC Fanshop.

Gemacht für die digital-sozialisierte Generation

Der Leiter Digitale Medien des Hauptstadtvereins – Maurice Sonneveld – betont, dass die Kommunikation mit dem Bot nicht mal zwei Minuten dauert. Auch dies macht die durch Kooperation mit einem Start-up aus Berlin (spectrm) entwickelte Anwendung so interessant für User, allen voran jüngere Kunden. Jene sind es auch, die Hertha als Zielgruppe ausgemacht hat. Die bis 25-Jährigen seien laut Sonneveld „komplett sozialisiert mit digitalen Anwendungen“. Und tatsächlich: Sogar die reine Online-Eröffnung eines Girokontos oder ein schneller Kreditabschluss per digitalem Kontoblick sind heutzutage fast schon Standard. Junge Verbraucher, die dafür extra eine Bank aufsuchen? Fehlanzeige. Heutzutage geschieht alles digital, ohne das Haus verlassen zu müssen. Hertha BSC hat dies erkannt und möchte seine Wahrnehmung als digitaler Vorreiter durch den Ticket-Verkauf per Bot stärken.

Der Ticketverkauf ist erst der Startschuss

Dass Fans via Facebook-Messenger Tickets kaufen können, soll erst der Beginn einer Entwicklung sein. Wer sich aktuell Karten per Bot bestellen möchte, der merkt sofort: Hoppla, hier gibt es ja Trikots. Hertha hat die Anwendung kurzerhand zum TrikotBot umfunktionalisiert. In Zukunft soll der Messenger ähnlich wie der Chat-Bot der Lufthansa Usern nicht nur durch vorgezeichnete Klickpfade weiterhelfen, sondern auch ganz konkrete Anliegen lösen. Dazu gehören beispielsweise Fragen nach dem kommenden Spiel ebenso wie detaillierte Statistiken einzelner Spieler. 2025 soll das neue Hertha-Stadion fertig sein – und mit ihm der Bot perfektioniert.

Menschen sollen nicht ersetzt werden

Bleibt nur noch die Frage nach der menschlichen Seite. Welche Auswirkungen hat derartige künstliche Intelligenz auf die Angestellten bei Hertha BSC? Droht über kurz oder lang Stellenabbau? Klar ist: Mit Neuerungen wie den Innovationen bei der Deutschen Bahn – Herthas früherem Hauptsponsor – gehen stets Veränderungen einher. Doch Maurice Sonneveld betont, dass der Bot keine Menschen ersetzen soll. Denn: Zwar steigt das Bedürfnis nach Schnelligkeit und Automatismen, doch noch immer existieren auch die klassischen Käufer. Jene kaufen ihre Karten am Ticketschalter oder telefonisch, weil sie mit einem echten Menschen kommunizieren möchten. Messenger und künftige digitale Entwicklungen sind daher Erweiterungen des Service, nehmen Traditionalisten aber in absehbarer Zeit keinesfalls die Möglichkeiten.

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