Der neue Mobilfunkstandard 5G soll bisher nur selten erreichte Übertragungsgeschwindigkeiten ermöglichen. Allerdings ist der Ausbau für die Netzbetreiber mit einigem zusätzlichem Aufwand verbunden. Denn es müssen deutlich mehr Mobilfunkantennen installiert werden als bisher. In Deutschland kommen zudem deutlich höhere Lizenzkosten hinzu als ursprünglich gedacht. Der Ausbau steht daher noch ganz am Anfang. Ein anderes europäisches Land hat ihn hingegen bereits abgeschlossen und will damit nun international für sich werben. Allerdings dürfte es im Fürstentum Monaco auch vergleichsweise einfach gewesen sein, die notwendigen Antennen zu installieren: Das Staatsgebiet umfasst lediglich die Fläche von rund 200 Fußballfeldern. Zumindest kann in dem Kleinstaat nun aber erprobt werden, ob die neue Technologie tatsächlich alle Versprechungen erfüllt.


Die Feuerwehr will das 5G-Netz zum Schutz der Bevölkerung nutzen

Ein erstes Anwendungsbeispiel haben die Behörden der Öffentlichkeit auch schon vorgestellt. So will die Feuerwehr des Fürstentums das Gebiet des Kleinstaats zukünftig mit Drohnen überwachen und die Bilder in Echtzeit auswerten. Was allerdings die zahlreichen vermögenden Hausbesitzer des Landes von diesem Vorhaben halten, ist nicht überliefert. Auf der einen Seite wäre ihr Hab und Gut dadurch vermutlich besser vor Feuerschäden geschützt. Andererseits könnten sie dann wohl auch nicht mehr unbeobachtet in den Pool springen. Der Ausbau des 5G-Netzes in dem Fürstentum ist Teil eines groß angelegten Digitalisierungsprogramms namens „Extended Monaco“. Neben der Implementierung des neuen und schnellen Mobilfunkstandards soll auch das gesamte Fürstentum an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Dafür haben sich die Behörden aber einen etwas großzügigeren Zeitplan genehmigt: Der Glasfaser-Ausbau soll erst 2022 abgeschlossen sein.


Die Beteiligung von Huawei ist umstritten

Für Diskussionen sorgte allerdings die Auswahl des Netzausrüsters für den 5G-Ausbau. Denn damit wurde das chinesische Unternehmen Huawei beauftragt. Insbesondere die Vereinigten Staaten warnen allerdings seit einiger Zeit davor, dass der Konzern seine technischen Möglichkeiten zur Spionage nutzen könnte. Bewiesen werden konnte das bisher aber nicht. Die für die Vergabe zuständige Firma Monaco Telecom rechtfertigte sich damit, dass auch zahlreiche andere europäische Anbieter bereits in Verhandlungen mit Huawei stünden. Auch in Deutschland wird über einen Ausschluss des Unternehmens beim 5G-Ausbau diskutiert. Bisher kam es aber noch nicht zu einer entsprechenden Entscheidung. Neben Monaco hat bisher lediglich Südkorea den Aufbau des 5G-Netzes vollständig abgeschlossen. Japan treibt die Planungen ebenfalls bereits voran und überlegt, Ampeln mit den notwendigen Antennen auszustatten.

Via: Technode

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