Götz W. Werner ist 74 Jahre alt, gründete die erfolgreiche Drogeriekette dm und stand 35 Jahre lang an ihrer Spitze. In einem Interview äußerte er sich ausführlich zum Thema Armutsbekämpfung und vertrat die Meinung, dass das bedingungslose Grundeinkommen eines Tages so selbstverständlich sein wird wie das Frauenwahlrecht. Schließlich leben wir in den produktivsten Zeiten, die es jemals gab.


Zuerst die Kinderarmut bekämpfen!

Irgendetwas stimmt da nicht!

Aufgrund der fortschreitenden Technisierung müssen die Menschen in unserer Hemisphäre immer weniger Arbeitskraft aufwenden, um Waren und Dienstleistungen zu produzieren. Theoretisch könnten wir jetzt schon in einer Art Schlaraffenland leben, trotzdem muss jeder Fünfte von uns Armut erdulden. Irgendetwas stimmt da nicht! Genau aus diesen Gründen kommt die Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen immer wieder hoch, und Götz W. Werner greift sie auf. Er weist darauf hin, dass es wichtig wäre, endlich Arbeit und Grundversorgung zu entkoppeln, sodass jeder Mensch zumindest menschenwürdig, wenn auch bescheiden leben kann. Endlich kämen wir mit unserer Arbeitskraft „vom Sollen zum Wollen“, also zu wahrer Freiheit und Kreativität.

Die Kinderarmut ist viel zu hoch

Die Idee vom Kindergrundeinkommen sagt ihm besonders zu, als erste Anfangsstufe zur allgemeinen bedingungslosen Grundsicherung: Man könne auch nicht den Berliner Straßenverkehr von einem Tag auf den nächsten auf Linksverkehr umstellen, darum braucht es Zwischenschritte. Die Kinderarmut ist einfach viel zu hoch, und die Kleinen sind doch unsere Zukunft!  Sie sollen demnächst „Güter und Dienstleistungen hervorbringen, damit die Rentner versorgt sind.“ Von diesem Punkt aus ist es gar nicht mehr weit bis zum Thema Altersarmut, die Werner als „groben Undank“ gegenüber der vorhergegangenen Generation bezeichnet. Hartz IV sieht er ebenfalls als „menschenunwürdiges System“, das möglichst in dieser Legislaturperiode abgeschafft werden sollte. Damit fällt auch ganz viel Bürokratie und Druck weg, sodass der Weg frei wäre für das Grundeinkommen. Als Finanzierungsgrundlage soll eine reine Konsumbesteuerung dienen. Sind wir wirklich zu diesen großen Schritten bereit?


Quelle: tagesspiegel.de

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