Microsoft ist es in Kooperation mit dem Unternehmen Twist Bioscience nun tatsächlich gelungen ein Datenpaket mit der Größe von 202 MB auf einem synthetisierten DNA-Strang für die Ewigkeit zu speichern. Anfang Mai haben wir bereits über das Vorhaben berichtet. Eines Tages soll es möglich sein bis zu 1 Billion Gigabyte Daten auf gerade einmal 1 Gramm DNA speichern zu können. Bis dahin gilt es jedoch noch so manche Hürde zu überwinden. Die ersten handfesten Ergebnisse konnten jedoch schon jetzt präsentiert werden.


 


Forscher machen Rockband unsterblich

Einen Teil der für die Ewigkeit gespeicherten Daten nimmt das Musikvideo „This Too Shall Pass“ von der Rockband OK Go ein. Bisher handelt es sich bei dem 202 MB großen Datenpaket um die größte Datenansammlung, die auf künstlicher DNA gespeichert wurde. Weitere Inhalte sind eine mehrsprachige Kopie der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die Datenbank des Welttreuhandfonds für Kulturpflanzenvielfalt und die Top 100 Bücher aus dem Projekt Gutenberg. Microsoft taufte das Projekt „Project Palix“. Bereits 2013 begannen die Forschungen an den Datenspeichern der Zukunft.

Dieses Musik-Video wurde ebenfalls auf der DNA gespeichert

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

5D-Speicher als Alternative

Forscher an der Southampton University wählen übrigens einen anderen Weg und setzen auf einen optischen Datenträger, der ebenfalls für die Ewigkeit gemacht werden soll und 360 TB fasst. Mittels Laserlicht konnten die Daten auf ein kleines Quarzplättchen übertragen werden. Theoretisch ist es möglich die Daten so wohl über 14 Milliarden Jahre zu speichern.

Der nächste Schritt: Bakterien als widerstandsfähige DNA-Speicher-Wirte

Ebenfalls ziemlich interessant ist auch der Ansatz von Forschern der Keio Universität Japan. Diese haben ünstlich erzeugte DNA in ein ziemlich widerstandsfähiges Bakterium verpflanzt. Auch so könnten Daten über mehrere Jahrtausende gespeichert werden. Das Bakterium übersteht radioaktive Strahlung, Säurebäder und extrem hohe Temperaturen. Faszinierend dabei ist zudem, dass die in den Bakterien gespeicherten Daten auch bei der Replikation dupliziert werden. Für einen Kopierschutz sollen dann wiederum Genmutationen und besondere Züchtungen sorgen.

Alle Forschungen auf diesem Gebiet haben das gemeinsame Ziel eines Tages eine würdige Alternative für Festplatten und USB-Sticks zu finden. Bisher ist es noch utopisch teuer nur geringe Datenmengen auf künstlicher DNA zu speichern. In den nächsten Jahren dürfte sich allerdings auch das relativieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.