Bisher ist es noch ziemlich zeitaufwendig HIV-Antikörper im Blut nachzuweisen. Das liegt daran, da die Verfahren sehr komplex sind. Das soll sich in Zukunft jedoch ändern. Forscher an der University of Montreal haben nun eine DNA-Nanomaschine entwickelt, die HIV-Antikörper innerhalb von fünf Minuten im Blut nachweisen kann. Das funktioniert so gut, dass man das Verfahren auch bald mit dem Smartphone durchführen könne, schreiben die Forscher.


HIV-infizierte T-Zelle
Eine mit HIV infizierte T-Zelle. Foto: HIV-ingected H9 T cell, NIAID, Flickr, CC BY-SA 2.0

Durchbruch bei der Bestimmung von HIV-Antikörpern

Ein internationales Forscherteam hat die neue Maschine entwickelt, die als Durchbruch bei der Erkennung von HIV gewertet wird. Finanzielle Unterstützung erfuhren die Forscher unter anderem von der Bill & Melinda Gates-Stiftung. Wie Engadget berichtet, sind die einzelnen Nano-Maschinen in der Lage sich in komplexen Umgebungen wie Blut mit bestimmten Antikörpern verbinden zu können. Diese Antikörper liefern dann den Nachweis für eine HIV-Infektion. Verbinden sich die Maschinen und Antikörper, wird eine Strukturveränderung hervorgerufen, die wiederum kleine Blitzlichter auslösen. Diese können dann wahrgenommen werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Verfahren dauert der Test mit den Nanomaschinen gerade einmal fünf Minuten, also ein Bruchteil der regulären Zeit. Nach wie vor dauert ein HIV-Test bis zu mehrere Stunden. Da noch viele weitere Antikörper erkannt werden können, dürfte die DNA-Nanomaschine in Zukunft auch bei der Erkennung weiterer Krankheiten eingesetzt werden.

HIV-Test für jedermann

Das Anwendungsspektrum des neuen Erkennungsverfahrens ist vielfältiger Natur. Es werden keine chemischen Stoffe verwendet, was eine Vielzahl von Anwendungen zuließe. Zudem sind nun auch Vor-Ort-Diagnosen möglich. In Zukunft soll das Verfahren den Forschern zufolge noch weiter vereinfacht werden. So könnte das Signal des sogenannten Nanoswitches schon bald auch mit einem Mobiltelefon erkannt werden. Somit wäre faktisch jedermann in der Lage einen HIV-Test durchführen zu können. Für die Weiterentwicklung möchten die Forscher in Zukunft auch mit Diagnostikunternehmen zusammenarbeiten. Eine ziemlich spannende Sache.


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