Grundsätzlich lässt sich Diabetes-Typ-1 inzwischen sehr gut behandeln. In Deutschland beispielsweise wird die Lebenserwartung eines Kindes durch die Diagnose nur geringfügig beeinträchtigt. In einigen Ländern südlich der Sahara sieht dies hingegen ganz anders aus. Weil dort nicht ausreichend Insulin zur Verfügung steht, sinkt die Lebenserwartung auf weniger als ein Jahr. Aber auch in einigen westlichen Ländern gibt es Probleme. So liegt der Verkaufspreis in den Vereinigten Staaten rund viermal so hoch wie in Kanada. Für viele Menschen mit nur spärlichem oder gar keinem Versicherungsschutz ist dies zu viel. Sie reduzieren daher die Dosis oder spritzen sich das Insulin seltener als empfohlen. Beides bringt signifikante Nachteile für die Gesundheit mit sich. Das Open Insulin Project in Oakland möchte nun für eine Verbesserung der Situation sorgen.


Diabetes Therapie
Gespritzt werden müsste das Insulin auch weiterhin.

Ein größeres Angebot sorgt für sinkende Preise

Die Idee dahinter: Eigentlich ist Insulin inzwischen recht einfach herzustellen. Weil aber nur wenige Firmen entsprechende Produkte anbieten, können diese die Preise in die Höhe treiben. Das Open Insulin Project arbeitet daher daran, selbst Insulin zu produzieren. Im Idealfall soll daraus dann eine Anleitung entstehen, der auch andere Initiativen folgen können. Dadurch ließe sich das Angebot an Insulin auf dem Markt steigern – was sinkende Preise zur Folge hätte. In Oakland haben daher zahlreiche Freiwillige die notwendige Ausstattung für ein Biolabor beschafft und arbeiten nun an freien Tagen an ihrer Vision. Bisher allerdings konnten sie lediglich ein Vorprodukt des Insulins herstellen. Dies muss aber nicht ewig so bleiben. Zahlreiche Experten bestätigen, dass es durchaus möglich ist, Insulin auch im eigenen Labor herzustellen.

Die Gesundheitsbehörden sehen das Projekt eher kritisch

Allerdings sind Medikamente nicht ohne Grund strengen Regularien unterworfen. Denn es muss stets sichergestellt sein, dass alle produzierten Chargen auch tatsächlich den hohen Qualitätsstandards entsprechen. Schon kleine Abweichungen können sonst im schlimmsten Fall den Tod des Patienten zur Folge haben. Die US-Gesundheitsbehörde betont daher, dass jeder, der Insulin in Eigenregie produzieren möchte, sowohl das Herstellungsverfahren als auch die dafür genutzten Räumlichkeiten zertifizieren lassen muss. Ob sich das Open Insulin Project dieser Prozedur unterziehen wird, wurde bisher noch nicht abschließend geklärt. Erlaubt wäre es hingegen wohl, die Anleitung für das Do-it-yourself-Insulin im Internet zu veröffentlichen und abzuwarten, ob sich Nachahmer finden.


Via: DW

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

1 Kommentar

  1. Olaf Barheine

    10. Juli 2019 at 15:02

    Wie sind denn solche Preisunterschiede zwischen den USA und Kanada für ein solches 08/15-Medikament zu erklären?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.