Teilbereiche des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs in Deutschland scheinen noch im letzten Jahrtausend zu stecken: Überregionale Fahrgastinformationen sind schlecht miteinander verknüpft, überall müssen Reisende Papiertickets am Automaten oder Schalter kaufen. Das soll sich so bald wie möglich ändern, Verkehrsminister Dobrindt fasst dafür das Jahr 2019 ins Auge.


Handytickets und eTickes sollen Papierfahrkarten ersetzen

Nur etwa zwei Jahre sollen noch verstreichen, bis Fahrgäste in Deutschland hauptsächlich mit Handytickets und elektronischen Fahrscheinen reisen werden. Die Papierfahrkarte wird abgeschafft, die Digitalisierung vorangetrieben, so steht es in einem aktuellen Aktionsplan des Bundesverkehrsministeriums geschrieben. Beinahe alle deutschen Städte sollen dabei mitziehen, das würde sich deutlich auf die Attraktivität der Busse und Bahnen auswirken. Jederzeit und überall sein Ticket im Internet buchen und per App aufs Smartphone laden zu können, macht die unpraktischen und oftmals defekten Automaten auf den Bahnsteigen endlich überflüssig. eTickets im Scheckkartenformat lassen sich immer wieder neu nutzen, im besten Fall auf allen Strecken in ganz Deutschland. 370 Verkehrsunternehmen sollen sich entsprechend der Zielvorgabe dieser Initiative anschließen und so etwa Dreiviertel der Bevölkerung ansprechen.


Beschleuniger eines bestehenden Trends

Etwa 10 Millionen Menschen besitzen in Deutschland bereits ein eTicket, auch Handytickets befinden sich auf dem aufsteigenden Ast. Der besagte Aktionsplan dient also als Beschleuniger eines bestehenden Trends, der das Smartphone bald schon zu einer Zentrale für alle Belange des täglichen Lebens machen wird. Auch Mietwagen und Parktickets werden demnächst hauptsächlich per Handy anzufordern sein, daneben treibt das Verkehrsministerium die Vernetzung der zahlreichen unterschiedlichen Verkehrsbetriebe voran. Verkehrsnetzübergreifende Fahrplanauskünfte gestalten sich heute noch allzu oft ziemlich schwierig, das wird sich hoffentlich dann ändern. Mehr Buchungs-und Zahlkomfort könnte zusätzliche Fahrgäste anlocken, die vielleicht sonst mit dem Auto gefahren wären. 16 Millionen Euro stehen als Fördergelder für dieses Zukunftsprojekt bereit, das im fortgeschrittenen 21. Jahrhundert längst überfällig erscheint.

Quelle: t3n.de

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