Seit 1947 sind die Zeiger der „Doomsday Clock“ bzw. Weltuntergangsuhr ein Symbol für die globale Bedrohungslage. Seit ihrer Erfindung wurden die Zeiger der Uhr 23 Mal verstellt. Zuletzt war das letztes Jahr im Januar der Fall. Vor wenigen Tagen hat das Uhrenkomitee offiziell beschlossen, die Uhr ein weiteres Mal zu verstellen. Sie steht nun auf zwei Minuten vor zwölf – also quasi auf „kurz vor Weltuntergang“. Zuletzt wurde die globale Bedrohungslage im Jahr 1953 so drastisch eingeschätzt – also während des kalten Krieges, als die USA sowie die UDSSR im Abstand von nur wenigen Monaten Wasserstoffbomben testeten.


Doomsday Clock: So bedrohlich ist die Lage

Die sogenannte Doomsday Clock soll ausdrücken, wie nah die Menschheit an ihrer Zerstörung durch Waffen, andere menschengemachte Technologien oder Konflikte ist. Vor einigen Jahren wurde beschlossen, auch Bedrohungen durch Biotechnologien, den Klimawandel sowie fortschreitende Umweltzerstörung und Cyberkriminalität in die Bewertung einfließen zu lassen.


Gründe für die drastische Bewertung der globalen Lage gibt das Uhrenkomitee natürlich auch an. Unter anderem nennen sie die unvorhersehbare Politik des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump. Die Handlungen und Maßnahmen der US-Regierung seien weder für Verbündete noch für Feine einzuschätzen oder vorhersehbar. Bei Trump sei es kaum möglich, mit Bestimmtheit zu sagen, ob eine Aussage Trumps eine echte Ankündigung oder bloß rhetorisches Säbelrasseln ist. Hinzu kommt die Bedrohung durch die Aufrüstung seitens Nordkoreas und die daraus resultierende Spannungen zwischen den USA und Nordkorea. Konflikte im Südchinesischen Meer, die Haltung der USA zum Atomabkommen mit dem Iran sowie die vermuteten Einmischungen Russlands in die US-amerikanische Politik geben dem Komitee Anlass zur Sorge.

Die Uhr muss nicht auf 12 springen

Auch den Klimawandel schätzen die Hüter der Doomsday Clock als Bedrohung ein. “Auf diesem Gebiet mag die Bedrohung weniger unmittelbar erscheinen, aber um langfristig katastrophale Temperaturerhöhungen zu vermeiden, muss jetzt gehandelt werden. Bisher aber fällt die globale Reaktion auf diese Herausforderung weit hinter dem Nötigen zurück“, so die Wissenschaftler. Allerdings sehen sie durchaus Anlass zur Hoffnung: “Die aktuelle, extrem bedrohliche Weltlage muss aber nicht so bleiben. Die Bürger und Mächtigen der Welt können die Weltuntergangs-Uhr und die Welt noch von der metaphorischen Mitternacht der globalen Katastrophe bewahren – durch Handeln mit gesundem Menschenverstand“, sagt der US-Physiker Lawrence Krauss.

Das Uhrenkomitee hat auch konkrete Empfehlungen bereit. Die US-Regierung solle sich mit Nordkorea und Russland an einen Tisch setzen sowie das Atomabkommen mit dem Iran aufrechterhalten. Es läge an jedem einzelnen, aktiv zu werden un die Lage auf dem Planeten zu verbessern. Unter dem Hastag #rewindtheDoomsdayClock tauscht sich auch die Netzgemeinde über das Thema aus

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