„Dracheneier“ standen zeitweise am Rand des Stromboli-Kraters auf der gleichnamigen italienischen Insel. Forscher der Universität Bristol in Großbritannien haben die Kästen so genannt. Sie enthalten eine Reihe von Sensoren, die Temperaturen, die Zusammensetzung der Luft, deren Feuchtigkeit und Erschütterungen messen. Aus diesen Daten lassen sich Rückschlüsse über bevorstehende Aktivitäten des Vulkans ziehen, wenn auch nicht mit letzter Sicherheit. Normalerweise tun sie nichts, sie schlafen. Erst wenn ein Vulkan wie der Stromboli erste Aktivitäten zeigt, fährt das System hoch und schaltet auf Alarmbereitschaft.


Bild: University of Bristol

Daten werden zehn Kilometer weit übertragen

Die Schlafphase soll helfen, die Lebensdauer der Kästen entscheidend zu verlängern. Denn sie sollen in meist unwirtlichen und hoch gelegenen Regionen platziert werden, um die Aktivitäten von Vulkanen zu überwachen. Im Idealfall könnten die Daten, die bis zu zehn Kilometer weit per Funk übertragen werden, dabei helfen, Ausbrüche vorherzusagen. 

Die „Eier“ sind so konstruiert, dass sie selbst härtesten Belastungen standhalten. Gleichzeitig sind sie so leicht, dass Drohnen sie an ihren Bestimmungsort bringen können, der ansonsten nur zu Fuß oder per Hubschrauber erreichbar ist. Oft nicht einmal das, weil es für Menschen zu gefährlich ist. Das ausgeklügelte Energiesparsystem ist unabdingbar, weil Wartungsarbeiten an den Stellen, an denen sie stehen sollen, extrem aufwändig und gefährlich sind. Die Versorgung mit Solarzellen entfällt, weil sie wegen der harschen Umweltbedingungen ziemlich schnell ausfielen.


Ein „Wecker“ an Bord alarmiert die Sensoren

Allein der „Wecker“ ist ständig in Betrieb und verbraucht Strom, allerdings extrem wenig. Erste Aktivitäten, etwa Erschütterungen, sorgen bei ihm für Alarmstimmung, die er gleich an die übrigen Sensoren weitergibt. Die beginnen dann Daten zu sammeln. Die Batterien halten viele Monate lang.

Im Normalfall sollen in der Nähe des Kraters mehrere Dracheneier positioniert werden. Wenn das eine oder andere dem Lavastrom zum Opfer fällt senden die anderen noch Daten zu Zentrale. „Die Zusammenarbeit mehrerer Disziplinen hat uns einen wirklichen Durchbruch gebracht“, freut sich Professor Tom Scott, der die Forschergruppen koordiniert hat.

 

via University of Bristol

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