Der Kalte Krieg endete eigentlich mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre. Die Grenze zwischen Nord- und Südkorea stellt allerdings noch ein Relikt aus dieser Zeit dar. Dort setzen beide Länder nicht nur auf militärische Stärke, sondern auch auf massive Propaganda. So stehen dort zahlreiche riesige Lautsprecher, die die Soldaten der Gegenseite verunsichern oder zum Überlaufen bewegen sollen. Zahlreiche südkoreanische Organisationen versuchen zudem, die abgeschottete Bevölkerung Nordkoreas aus der Luft mit Informationen zu versorgen. Bisher wurden dafür zumeist Ballons genutzt, nun kamen aber erstmals auch Drohnen zum Einsatz. Diese brachten Speichersticks mit südkoreanischen und amerikanischen Filmen über die schwer bewachte Grenze.


Adrian Michael, via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Adrian Michael, via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Hexacopter bringen die Speichersticks sicher nach Nordkorea

Außerdem sollen die Empfänger in die Lage versetzt werden, ungefilterte Informationen abzurufen. Deshalb ist auf den Speichersticks auch eine Offline-Version der Wikipedia zu finden. „Ich setze große Hoffnungen in diese Sticks“, erklärte der Gründer der Organisation No Chain, Jung Gwang-il, in einer Rede auf dem Oslo Freedom Forum. „Ich glaube, sie haben das Potential, Freiheit in mein Land zu bringen“, so der Aktivist. Er bestätigte zudem, dass seine Organisation, gemeinsam mit der Human Rights Foundation, bereits seit dem vergangenen Jahr Drohnen nutzt, um die Speichersticks in das Nachbarland zu bringen. Genutzt wurden dabei sogenannte Hexacopter – also Drohnen mit sechs Rotoren.

Drohnen sind deutlich zuverlässiger als Ballons

Insgesamt brachten die Aktivisten so bereits mehr als 1.000 Speichersticks mit Filmen und Informationen nach Nordkorea. Weitere Details wollte Jung Gwang-il allerdings aus Sicherheitsgründen nicht bekannt geben. Es ist daher unklar, von welchem Land aus die Drohnen starten und welche Regionen sie in Nordkorea beliefern. Sie sind aber in jedem Fall deutlich zuverlässiger als die bisher genutzten Ballons – diese wurden vom Wind auch schon mal einfach aufs Meer hinausgetrieben. Inwieweit die Speichersticks allerdings tatsächlich helfen können, den eisernen Griff der Diktatur in Nordkorea zu lockern, bleibt abzuwarten.


Via: CNN

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