Über dem Dschungel von Borneo sind regelmäßig Drohnen im Einsatz. Diese sind allerdings unbewaffnet und nicht auf der Suche nach Dschungelterroristen. Vielmehr handelt es sich um ein Pilotprojekt zur Bekämpfung von Malaria. Die Drohnen überwachen nämlich die Gruppen der im Wald lebenden Affen. Diese erkranken, ähnlich wie Menschen, an Malaria. Erkenntnisse über Art, Umfang und Verbreitung der Krankheit, sollen nicht nur dem Schutz der Tiere dienen, sondern auch wichtige Impulse zur Eindämmung der Krankheit bei Menschen liefern. Sollte dieser erste Feldversuch erfolgreich sein, könnten Drohnen zukünftig auch den Ausbruch weiterer Krankheiten in der Tierwelt überwachen.


Übertragungen von Affen auf den Menschen lösen Besorgnis aus

Für gewöhnlich erkranken Affen und Menschen an einer unterschiedlichen Form der Malaria. Eine Übertragung, wie sie etwa bei der Verbreitung des Ebola-Virus vermutet wird, ist daher in der Regel ausgeschlossen. In Südostasien wurden allerdings in den letzten Jahren immer wieder Varianten des Affen-Malaria-Erregers auch bei Menschen entdeckt. Eine Entwicklung, die bei vielen Wissenschaftlern große Befürchtungen weckten. Eine Folge davon, ist nun die Überwachung des Dschungels von Borneo mit Drohnen. Dabei sollen nicht einfach nur die Ausbrüche der Krankheit dokumentiert werden. Vielmehr geht es darum äußere Einflüsse, die zu einer verstärkten Verbreitung führen, zu identifizieren.


Die Drohnen, die jeweils 50 Minuten in der Luft bleiben und Bilder mit 16 Megapixeln produzieren können, beobachten nämlich auch die Entwicklung des Dschungels. So kommt es regelmäßig zu Rodungen, um Kautschukplantagen anzulegen. Mit Hilfe der unbemannten Flugobjekte, sind die Wissenschaftler in der Lage solche Veränderung quasi in Echtzeit in ihre Karten zu übernehmen. So lässt sich dann beispielsweise die Hypothese überprüfen, dass eine Abholzung der Bäume zu besseren Lebensbedingungen für Moskitos führt – was wiederum zu einer stärkeren Verbreitung des Malaria-Erregers führt. Diese zeitnahe doppelte Beobachtung von landschaftlichen Veränderungen und Krankheitsausbrüchen war bisher für Forscher nicht praktikabel umsetzbar – erst der Einsatz von Drohnen brachte hier den Durchbruch.

Jährlich eine Million Tote durch Malaria-Erkrankungen

Als zusätzliche Komponente haben die Wissenschaftler zudem Affen und Einwohner teilweise mit GPS-Sendern ausgestattet. So sollen Bewegungsprofile erstellt werden und geschaut werden, wann und wie Affen und Menschen in Kontakt kommen. Eine Hypothese der Wissenschaftler ist nämlich, dass vor allem die zunehmende Nähe von Affen- und Menschenpopulationen zur Übertragung des Malaria-Virus vom Affen auf den Menschen in Südostasien beigetragen hat. Erfolge im Kampf gegen Malaria sind dabei dringend notwendig. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sterben jährlich eine Millionen Menschen an der Krankheit. Neunzig Prozent der Erkrankten leben dabei auf de afrikanischen Kontinent. In Deutschland gibt es pro Jahr etwa 900 Malaria-Fälle.

Quelle: Popsci

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