Drohnen werden in Zukunft eine zunehmend größere Rolle spielen. Entsprechend wichtig wird es, sich mit der Steuerung der kleinen Flugobjekte auseinanderzusetzen. Schweizer Forscher haben eine Drohnensoftware entwickelt, die sich die Orientierung im Stadtverkehr autonom beibringen kann. Das Programm lernt und trainiert Verkehrsregeln sowie deren Anwendung auf typische Situationen anhand von realen Vorbildern, nämlich Aufnahmen von Rad- und Autofahrern im Straßenverkehr. Ausgestattet mit den erlernten Mustern und Regeln ist die Software dann in der Lage, eine Drohne selbst in engen Verhältnissen durch den Stadverkehr zu navigieren, ohne dass es zu Unfällen kommt.


Lernen von echten Verkehrsteilnehmern

Wenn wir vom Einsatz von Drohnen im Lieferverkehr sprechen, geht es in der Regel um die sogenannte „letzte Meile“, also den Transportwegabschnitt direkt vor der Zustellung beim Kunden. Diese letzte Meile liegt häufig im Stadverkehr. Generell ist der Einsatz von Drohnen immer dann sinnvoll, wo sich viele Ziele auf engem Raum befinden – also in der Regel ebenfalls in Städten. Umso wichtiger ist es, die Drohnen in Zukunft so gut wie möglich in den Stadtverkehr zu integrieren. Zwischen hohen Gebäuden und in engen Straßennetzen ist das nicht leicht – zumal die Drohnen natürlich autonom unterwegs sein sollten.


Gefährlich ist vor allem der Start und die Landung, also die Phasen des Drohnenflugs, bei dem eine Kollision mit PKW, Fahrrädern oder gar Fußgängern möglich ist. Kommerzielle Drohnen kommen aktuell noch schnell an ihre Grenzen, wenn ihre autonomen Systeme kurzfristig auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren sollen.Davide Scaramuzza und sein Team von der Universität Zürich haben deshalb eine Software entwickelt, die sich die Orientierung im Stadtverkehr selber beibringen kann.

DroNet führt Drohnen durch die Stadt

Das System hört auf den Namen „DroNet“ und basiert auf einem neuronalen Netzwerk – einer fortschrittlichen, zu maschinellem Lernen fähigen künstlichen Intelligenz. Trainiert wird die Software mit Aufnahmen von verschiedenen Verkehrssituationen und Fahrten von Fahrrädern und Autos durch den Stadtverkehr. Der Algorithmus ist sogar in der Lage, aus diesen Daten selbstständig die Verkehrsregeln zu schlussfolgern – natürlich nur, wenn die Verkehrsteilnehmer in den Aufnahmen sich auch an die Regeln halten.

„Dieser Computeralgorithmus lernt, komplexe Aufgaben anhand von zahlreichen Trainingsbeispielen zu lösen. Er zeigt der Drohne, wie sie bestimmte Aufgaben und schwierige Situationen löst. Das ist ähnlich wie bei Kindern, die von ihren Eltern oder Lehrern lernen. DroNet erkennt statische sowie dynamische Hindernisse und reduziert das Tempo, um Zusammenstöße zu vermeiden“, erklärt Scaramuzza den Algorithmus.

Für die Orientierung im Straßenverkehr reicht es dann, wenn die Drohne über eine ganz normale Smartphone-Kamera verfügt. Die Software kann dann jedes eingehende Bild bezüglich der Navigation und Flugrichtung sowie zur Erkennung von potentiellen Kollisionen analysieren. Die Drohne ist so sogar in der Lage, sich in unbekanntem Terrain wie Parkhäusern oder Bürofluren zu orientieren.

Scaramuzza und sein Team ist damit ein großer Schritt in Richtung einer Zukunft gelungen, in der Drohnen problemlos am Stadtverkehr teilnehmen können. Bis das Realität wird, werden aber noch viele technische Probleme gelöst werden müssen.

"

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.