Lange Zeit war es absolut selbstverständlich, dass der Kunde in einen Laden gehen musste, um ein bestimmtes Produkt zu erhalten. Inzwischen arbeiten aber immer mehr Unternehmen daran, Bestellungen möglichst zeitnah direkt nach Hause zu liefern. Im medialen Fokus steht dabei vor allem Amazon und die von dem Versandhändler entwickelte Lieferdrohne. Viele Experten spekulieren zudem darüber, ob Amazon langfristig einen eigenen Lieferdienst aufbauen wird – und damit in Konkurrenz zu spezialisierten Unternehmen wie DHL und UPS träte. Die deutsche Elektronikmarktkette Media Markt und das finnische Unternehmen Starship verfolgen nun aber einen eher bodenständigen Ansatz: Sie testen im Düsseldorfer Stadtteil Grafental den Einsatz von Lieferrobotern.


Foto: Media Saturn
Foto: Michael Kammler

Die Lieferroboter werden zunächst noch von einem Menschen begleitet

Dieser kann dabei Ziele im Umkreis von drei Kilometern erreichen und fährt mit Geschwindigkeiten von bis zu sechs Stundenkilometern. Während der Testphase wird der Roboter allerdings noch nicht vollkommen autonom agieren. Vielmehr wird er von einem menschlichen Mitarbeiter begleitet – ähnlich wie dies auch bei vergleichbaren Tests der Schweizer Post geschieht. Außerdem dürfen die Lieferroboter momentan nur bei Tageslicht zum Einsatz kommen. Sehr frühe und späte Bestellungen müssen also zunächst verschoben werden. In der finalen Version soll der menschliche Begleiter dann durch eine zentrale Überwachungseinheit ersetzt werden. Diese kann im Notfall ferngesteuert auf den Roboter zugreifen und diesen aus brenzligen Situationen befreien.

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Langfristig sollen die Lieferkosten mit Hilfe der Roboter sinken

In Düsseldorf kommen aktuell allerdings nur rund 1000 Kunden in den Genuß der besonderen Expresszustellung. Diese kostet zudem theoretisch fünfzehn Euro. Damit die Option während der Testphase aber auch regelmäßig genutzt wird, erhalten die Kunden bei jeder entsprechenden Bestellung einen Warengutschein über den Wert der Versandkosten. Langfristig hofft Media-Markt zudem auf einen gegenteiligen Effekt: Dann sollen die Lieferkosten durch den Einsatz von Robotern sogar gesenkt werden – wovon in letzter Konsequenz alle Kunden profitieren würden. Zunächst soll nun aber die dreimonatige Testphase abgewertet werden. Anhand der ausgewerteten Ergebnisse wird dann eine Entscheidung darüber getroffen, ob zeitnah auch weitere Kunden per Roboter beliefert werden können.


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