Die Entwicklung im Bereich der Robotik verläuft aktuell fast so rasant wie die in Sachen künstliche Intelligenz. Erst kürzlich präsentierte die Firma Boston Dynamics ein Video, indem ein Roboter namens Atlas zu sehen ist. Dieser überzeugte nicht nur durch flüssige Bewegungen, sondern konnte sogar aus dem Stand einen Rückwärtssalto hinlegen.


Am „Massachusetts Institute of Technology“ und an der „Havard University“ wurde nun in einem anderen Punkt der Robotik ein wichtiger Fortschritt erzielt: Wissenschaftler dort entwickelten einen künstlichen Muskel, der vier wichtige Vorteile mit sich bringt:


  1. Er kann das Vielfache seines eigenen Körpergewichts heben.
  2. Er ist dennoch vergleichsweise leicht. Konkret bauten die Forscher einen Muskel, der selbst nur 2,6 Gramm wog – dafür aber drei Kilogramm anheben konnte.
  3. Die Herstellung ist extrem simpel und dauert nur wenige Minuten. Dies ist unabdingbar, um später einen großflächigen Einsatz in der Industrie zu ermöglichen.
  4. Die Herstellungskosten sind zudem sehr niedrig. Die benötigten Materialien können für weniger als einen Dollar eingekauft werden.

So funktioniert der neue künstliche Muskel für Roboter

Der Aufbau des Muskels ist immer ähnlich: Im Inneren befindet sich ein Skelett, das ähnlich wie beim japanischen Origami gefaltet wird. Welches Material dafür verwendet wird, hängt von der geplanten Nutzung ab. Diese Konstruktion wiederum wird außen von einer Haut umschlossen. Eine Bewegung wird initiiert, indem die Luft aus der Hülle gesaugt und so ein Unterdruck erzeugt wird. Der Trick dabei: Die ausgeführte Bewegung variiert, je nach dem wie das Skelett gefaltet wurde. Auf diese Weise können durchaus auch komplexere Bewegungen realisiert werden. Wo die Grenzen dieses Ansatzes liegen, dürften dann zukünftige Experimente zeigen.

Auch auf das Material kommt es an

Bisher haben die Forscher vor allem mit unterschiedlichen Materialien experimentiert. So kam neben verschiedenen Metallen beispielsweise auch Verpackungsschaum zum Einsatz. Der große Vorteil der Neuentwicklung: Die Funktionsweise ähnelt der des menschlichen Muskels. Dementsprechend groß sind die potentiellen Einsatzmöglichkeiten. Diese reichen von einfachen Montagetätigkeiten bis hin zur maschinellen Krankenpflege. Rob Wood, Gründer des federführenden Wyss Institute, spricht sogar davon, dass man nun Roboter für fast jede Aufgabe bauen könne. Beim Autobauer Ford ist heute bereits ein Roboter im Einsatz, der immerhin Kaffee kochen, Massagen verteilen und Autos bauen kann – aber noch nicht über die neuen künstlichen Muskeln verfügt.

Via: Wyss Institute

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