Schätzungen zufolge sind in den deutschen Städten täglich rund 35.000 Linienbusse im Einsatz. Davon fahren die allermeisten noch mit einem klassischen Dieselmotor. Lediglich einige hundert verfügen bereits über einen Elektroantrieb – oftmals allerdings nur als Hybridvariante. Der Daimler-Konzern hingegen setzt auf eine vollständige Elektrifizierung und hat daher mit dem E-Citaro den ersten Stadtbus vorgestellt, der ausschließlich elektrisch angetrieben werden soll. Die Reichweite beziffert der Konzern auf 150 Kilometer. Dies würde ausreichen, um knapp ein Drittel der heute existierenden Routen zu bedienen, ohne die Batterie unterwegs aufladen zu müssen. Zukünftig soll die Reichweite dann durch neue Entwicklungen im Bereich der Batterietechnik weiter gesteigert werden. Ab dem Jahr 2022 ist etwa die Installation einer zusätzlichen Brennstoffzelle geplant.


Bild: Daimler

Die ersten Bestellungen kommen aus Hamburg und Berlin

Die notwendigen Innovationen sollen nicht einfach vom Himmel fallen, sondern durch viel Geld befördert werden. So hat der Konzern angekündigt, bis zum Jahr 2020 200 Millionen Euro zu investieren. Aktuell stammt die Batterietechnik allerdings zum Großteil von Zulieferern: Der Akku kommt von Akasol und die darin verbauten Zellen von Samsung. Dem Vernehmen nach soll sich daran auch in Zukunft nichts ändern. Für die Verkehrsbetriebe ist die Anschaffung des neuen E-Citaro zunächst kein ganz preiswertes Vergnügen: Die Kosten liegen rund 2,5 Mal so hoch wie bei einem Bus mit Dieselantrieb. Dennoch gibt es bereits zahlreiche Bestellungen – unter anderem aus Hamburg und Berlin. Produziert wird der Elektrobus von Daimler in Großserie am Standort Mannheim. Die dortigen Verkehrsbetriebe werden den Bus ebenfalls zum Einsatz bringen und unter Realbedingungen testen.

Der Staat übernimmt einen Großteil des Kaufpreises

Einen Großteil der Anschaffungskosten bekommen die Unternehmen aktuell zudem ersetzt. Denn um die Luftqualität in den Städten zu verbessern, hat der Staat ein Maßnahmenpaket zur Förderung von Elektroantrieben aufgelegt. Bei der Bestellung von sechs oder mehr Elektrobussen werden dadurch rund 80 Prozent der Kosten übernommen. Daimler scheint aber davon überzeugt zu sein, dass sich der Elektroantrieb bei Stadtbussen langfristig auch ohne solche Subventionen durchsetzen wird. Schwieriger ist die Lage hingegen bei Bussen für die Langstrecke. Zwar betonte der Konzern, man habe auch in diesem Bereich schon große Fortschritte gemacht. Doch für ein serienreifes Produkt reicht dies noch nicht. Mit dem Fuso eCanter hat das Unternehmen zumindest aber auch einen Elektrolastwagen im Angebot.


Via: Daimler

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