Lange Zeit galt der Nikotindampf aus E-Zigaretten als deutlich weniger schädlich als Zigarettenrauch. Die gute Nachricht ist, dass E-Zigaretten auch weiterhin wohl weniger schädlich sind als Zigaretten. Aber harmlos ist der Dampf aus den elektrischen Zigaretten auch nicht. Forscher fanden kürzlich heraus, dass beim Abbau des Nikotin scheinbar Verbindungen entstehen, die das menschliche Erbgut schädigen und die DNA-Reparatur hemmen können. Demzufolge könnte auch der Konsum von Dampf aus E-Zigaretten mit einem erhöhten Risiko für Lungen- und Blasenkrebs einhergehen.


E-Zigarette
Foto: E-Cigarette/Electronic Cigarette/E-Cigs/E-Liquid/Vaping/Cloud Chasing, Vaping360, Flickr, CC BY-SA 2.0

Doppelt schädliche Wirkung

Seit ihrer Erfindung gelten E-Zigaretten als gesunde Alternative zu normalen Zigaretten. Beim Verdampfen der Liquids entstehen deutlich weniger Schadstoffe, und E-Zigaretten gelten auch als erster Schritt in Richtung der vollkommen Rauchfreiheit. Dass auch das Dampfen nicht völlig harmlos ist, wissen wir schon länger. Der Dampf enthält unter anderem schädliche Aldehyde sowie freie Radikale. Wie genau das Nikotin sowie die anderen Stoffe im Dampf der E-Zigaretten im Körper verarbeitet werden, war aber lange nicht bekannt. Ein Team um Hyun-Wook Lee von der New York University hat sich mit dem Abbau der Inhaltsstoffe nun näher auseinandergesetzt. Dazu setzten die Forscher Mäuse über eine Dauer von 12 Wochen etwa drei Stunden pro Tag dem Dampf von E-Zigaretten aus. Dies entspricht in Dosis und Dauer in etwa einem Menschen, der über zehn Jahre hinweg in geringem Maße E-Zigaretten konsumiert.

Das Ergebnis des Experiments dürfte Fans der E-Zigaretten nicht gefallen: Die Forscher fanden Abbauprodukte des Nikotins in der Leber, der Lunge, der Blase und dem Herzgewebe der Tiere. Zu den gefundenen Stoffen gehörten unter anderem Nikotinketon, Aldehyde und Methyldiazohydroxid (MDOH). Letzteres führt zu Erbgutveränderungen und kann krebserregende Mutationen hervorrufen. Aldehyde aus dem Nikotindampf hemmten außerdem die DNA-Reparatur der Mäuse. Die effiziente Reparatur von DNA-Schäden ist eine der wichtigsten Schutzmechanismen jeder Zelle.


E-Zigaretten erhöhen das Krebsrisiko

“Unsere Ergebnisse demonstrieren, dass das Nikotin im E-Zigarettendampf und seine Stoffwechselprodukte nicht nur mutagene DNA-Anhänge produzieren können, sie können auch die DNA-Reparatur hemmen“, so die Forscher. Der Effekt bleibt auch weiterhin hinter der Wirkung von Zigarettenrauch zurück, ist aber deutlich nachweisbar. Eine Überprüfung an menschlichen Zellen brachte ähnliche Ergebnisse.

Die Ergebnisse der Wissenschaftler sprechen dafür, dass der Dampf von E-Zigaretten eine krebserregende Wirkung hat. Das erhöhte Risiko, durch den Konsum an Lungen- oder Blasenkrebs zu erkranken, sei bisher massiv unterschätzt worden. „Angesichts der Tatsache, dass es allein in den USA 18 Millionen E-Zigaretten-Nutzer gibt, ist es für die öffentliche Gesundheit dringend nötig, die karzinogene Wirkung des E-Zigarettendampfs genau zu kennen. Es sind nun weitere Studien nötig, um diesen Verdacht weiter zu untersuchen“, so die Forscher weiter.

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5 Kommentare

  1. Kai

    31. Januar 2018 at 11:38

    Tja, wer hätte das gedacht?

  2. Andy

    1. Februar 2018 at 13:28

    Also, ich habe mir die Beschreibung und die Ergebnisse der Studie direkt auf der Webseite der New York University durchgelesen. Wenn ich Inhalt der Webseite von NYU und von diesem Artikel vergleiche, dann frage ich mich ob dieses Portal von der Bild Zeitung betrieben wird und das Klientel sich mit Freude ins Hirn schei***ßen lässt…( please excuse my french). Werde hier nie wieder etwas lesen.

  3. Alexander Trisko

    1. Februar 2018 at 14:39

    Ich bin ja ein Freund von konstruktiver Kritik. Die Ergebnisse der Studie wirst du übrigens am besten in der Studie selber finden. Ich würde mich aber freuen, wenn du mir erklärst, was genau dir so aufstieß.

  4. Andy

    27. Februar 2018 at 12:34

    Ich geh mal davon aus, dass mein Namensvetter vorwiegend die Bewertung meint – denn die ist falsch. Eine krebserregende Wirkung auf den Menschen wurde in der Studie nicht belegt und auch nicht, wie behauptet, von den Wissenschaftlern bestätigt. Des Weiteren wurde eine recht hohe Watt – Zahl (ca. 20) bei hohem Nikotinanteil (10mg/ml) gewählt. Der „normale“ Dampfer befindet sich im Bereich 6mg/ml bei ca. 7 – 15 Watt. Die SubOhm (also hohe Watt und viel Dampf) Generation hat meist nur 0-3mg/ml Nikotin im Liquid, dafür eine deutlich höhere Wattzahl. Mal abgesehen von der Wattzahl, war also die Nikotinmenge doch recht hoch. Es gibt Harte, die deutlich mehr Nikotin dampfen – kenne ich aber nicht. Meiner Meinung nach war die Studie also lediglich ein Indiz und ein Richtungsschuss für weitere Studien und mehr nicht. E-Dampfen ist gesünder als die normale Kippe = Fakt. E-Dampfen ist ungesünder als nicht dampfen = Fakt. E-Dampfen ist gefährlich und fördert Krebs = Annahme.

  5. Alexander Trisko

    27. Februar 2018 at 14:11

    @Andy Man korrigiere mich, wenn ich mich irre, aber genau das schrieb ich. Ich finde die Stelle im Artikel nicht, in dem ich behaupte, dass die Forscher die krebserregende Wirkung nachgewiesen haben. Die Ergebnisse legen einen Verdacht nahe, was auch so im Artikel steht. Zudem möchte ich darauf hinweisen, dass alles, was in der indirekten Rede steht, natürlich von dem Team kommt und nicht von mir.

    Davon abgesehen unterläuft dir ein logischer Fehlschluss. Wenn du durch die Studie einen Verdacht/ein Indiz auf eine mögliche karzinogene Wirkung von E-Zigaretten-Dampf als gegeben siehst und dieses Risiko noch nicht abschließend abschätzbar ist, kannst du nicht im gleichen Atemzug behaupten, es sei ein Fakt, dass E-Zigaretten weniger gesundheitsschädlich als Zigaretten sind. Rein vom Inhalt wäre ich da bei dir, aber nach den Gesetzen der Logik ist deine Aussage falsch.

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