Jahr für Jahr bestimmen die Forscher und Analysten des Global Footprint Network den Earth Overshoot Day. Dieser bezeichnet den Tag, an dem die Menschheit alle natürlichen Ressourcen verbraucht hat, die die Erde im Jahr regenerieren kann. Dieser Tag rutscht von Jahr zu Jahr nach vorne und lag dieses Jahr erstmals im Juli.


Foto: Earth, Kevin Gill, Flickr, CC BY-SA 2.0

Jedes Jahr früher

In die Berechnung des Earth Overshoot Day fließt der ökologische Fußabdruck unseres Wasserverbrauchs, der Industrie sowie der generelle CO2-Fußabdruck der Menschheit ein. Die Forscher des Global Footprint Networks und der New Economic Foundation rechnen diese Werte dann gegen die Fähigkeit der weltweiten Ökosysteme zur Regeneration von Ressourcen auf.

2018 lag der Earth Overshoot Day am 01. August. In diesem, Jahr ist er noch weiter aufgerückt: Seit heute leben wir ressourcentechnisch quasi auf Pump. Um den jährlichen Ressourcenbedarf der Menschheit zu decken, bräuchten wir 1,75 Erden. Das Global Footprint Network hat die Daten auf einer interaktiven Karte zusammengestellt.


Global Footprint Networks und der New Economic Foundation. Diese Übernutzung aber kann nicht lange so weitergehen„, so die Wissenschaftler der Organisation. Auf Dauer kann es sich die Menschheit nicht erlauben, den Raubbau an den globalen Ressourcen weiterzuführen – der Kollaps ist sonst unausweichlich. „Die Auswirkungen davon sind schon jetzt in Bodenerosion, Desertifikation, Entwaldung, Artenschwund, dem Kollaps von Fischbeständen und den erhöhten CO2-Konzentrationen der Atmosphäre zu sehen„, erklären die Mitarbeiter des Global Footprint Network auf der Webseite.

Deutschland bräuchte drei Erden

Bisher tun wir offenbar nicht genug, um dem Abwärtstrend entgegenzuwirken. In den letzten 20 Jahren hat sich der Erdüberlastungstag um ganze zwei Monate nach vorne verschoben. Bis 2030 könnten wir so viele Ressourcen verbrauchen, dass wir zwei Erden bräuchten, um den Bedarf zu decken. Eine nicht unwesentliche Rolle spielt dabei die zunehmende Erdbevölkerung. „ Eine größere Population bedeutet, dass endliche Ressourcen auf mehr Menschen verteilt werden müssen„, so die Forscher. In Kombination mit dem derzeitigen Konsumverhalten ist das ein Problem.

Gleichmäßig verteilt ist der Ressourcenverbrauch indes natürlich nicht. Vor allem die Industrieländer leben massiv auf „Pump“. Der Fußabdruck vieler afrikanische Länder ist indes relativ klein. Auch Indien hat einen vergleichsweise kleinen ökologischen Fußabdruck. Am verschwenderischsten geht die USA mit den weltweiten Ressourcen um: Sie würde fünf Erden benötigen, um ihren Bedarf zu decken. Die beiden anderen Podiumsplätze gehen an Australien und Russland.

Aber auch Deutschland ist kein Paradebeispiel für vorsichtigen Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten. Wir belegen einen guten vierten Platz und bräuchten drei Erden, um unseren Bedarf zu decken. Unser nationaler Erdüberlastungstag liegt damit am 03. Mai.

Veränderungen sind nötig

Wir haben nur eine Erde – das ist der ultimativ definierende Kontext für die menschliche Existenz. Wir können nicht 1,75 Erden nutzen ohne dass dies destruktive Folgen hat„, so Mathis Wackernagel, einer der Mitgründer des Global Footprint Networks.

Würde es uns gelingen, den Earth Overshoot Day jedes Jahr um 5 Tage nach hinten zu verschieben, würden wir ab etwa 2050 wieder innerhalb der Möglichkeiten unseres Planeten leben. Nach Angaben des Global Footprint Network gibt es vor allem fünf Schlüsselbereiche, in denen Veränderungen für das Erreichen dieses Ziels unabdingbar wären: Städte, Energie, Nahrung, Bevölkerung und Planet.

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