Die Billigfluglinie EasyJet will Kurzstreckenflüge auf lange Sicht mit Elektro-Flugzeugen bedienen. Um die dafür benötigte Technik zu entwickeln, wurde im vergangenen Jahr eine Kooperation mit dem Startup Wright Electric vereinbart. Nun gaben die Partner bekannt: Das erste Flugzeug soll schon im kommenden Jahr abheben. Allerdings wird es sich noch nicht um eine der riesigen Passagiermaschinen handeln, die man von EasyJet sonst kennt. Vielmehr soll zunächst eine kleine Version mit lediglich neun Sitzen getestet werden. Johan Lundgren, Vorstandsvorsitzender der Fluglinie, zeigt sich dennoch begeistert: „Elektronisches Fliegen wird Realität und wir können nun eine Zukunft absehen, die nicht vollständig von Kerosin abhängig ist.“ Tatsächlich hat die Fluglinie ein vitales Interesse an der Entwicklung von Elektro-Flugzeugen: Treibstoff stellt einen der größten Kostenblöcke dar.


Foto: Easyjet

Fast jeder dritte Flug könnte mit Elektroantrieb absolviert werden

Langfristig will EasyJet daher alle Flüge, die kürzer als 300 Meilen (rund 482 Kilometer) sind, mit einem Elektroantrieb absolvieren. Davon wären dann auch einige sehr beliebte Routen betroffen – etwa die Strecke von London nach Paris. Tatsächlich sind etwa 30 Prozent der Flüge weltweit kürzer. Als mögliches Datum für den kommerziellen Betrieb von Elektro-Flugzeugen bei EasyJet wird aktuell das Jahr 2027 kommuniziert. Viel dürfte aber davon abhängen, wie die ersten Testflüge im nächsten Jahr verlaufen. Anschließend dürfte es nahe liegen, zunächst einige Privatjets mit einem Elektromotor auszurüsten, bevor dann die großen Passagiermaschinen an der Reihe sind. Wie immer bei der Entwicklung neuer Technologien gilt aber auch hier: Es muss stets mit unerwarteten Problemen gerechnet werden. Der Zeitplan kann sich also auch noch etwas nach hinten verschieben.

Die Anwohner profitieren von den deutlich leiseren Motoren

Der Flughafen London Heathrow hat allen Airlines noch eine zusätzliche Belohnung in Aussicht gestellt: Die erste Fluglinie, die serienmäßig mit Elektro-Flugzeugen operiert, soll Start- und Landegebühren in Höhe von 1,25 Millionen Dollar erlassen bekommen. Der Flughafen dürfte dabei nicht in erster Linie die Klimabilanz der Flugzeuge im Sinn haben. Vielmehr geht es um das oftmals heiß diskutierte Thema Lärmschutz. Für die Anwohner rund um den Flughafen dürfte es eine Wohltat sein, wenn zumindest einige Flüge mit einem nur leise vor sich hin surrenden Elektromotor absolviert werden. Perspektivisch könnte dies auch dazu führen, dass wieder mehr Starts und Landungen genehmigt werden. Dies gilt insbesondere, wenn zukünftig auch kürzere Frachtflüge mit Elektro-Flugzeugen abgewickelt werden sollten.


Via: Electrek

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