Die Zahl der Neuerkrankungen im Ebola-Krisengebiet in Westafrika ist glücklicherweise inzwischen rückläufig. Forscher aus aller Welt arbeiten allerdings weiterhin fieberhaft an möglichen Impfstoffen oder Medikamenten gegen die Krankheit. Um das Virus besser zu verstehen, werden dabei auch diejenigen genauer untersucht, die eine Infektion mit Ebola überlebt haben. Augenärzte aus aller Welt haben dabei nun festgestellt, dass sich das Virus in den Augen eines Überlebenden weiterhin nachweisen lässt, auch wenn Bluttests bereits nachgewiesen haben, dass keine akute Ebola-Infektion mehr vorliegt. Dies erklärt, weshalb zahlreiche Überlebende mit massiven Augenproblemen zu kämpfen haben.


Ebola
Bild: Ärzte ohne Grenzen

Das Virus sorgt für eine Entzündung im Auge

Ausgangspunkt der Untersuchungen ist dabei die Krankheitsgeschichte des Arztes Dr. Ian Crozier. Dieser hatte sich in Westafrika mit Ebola infiziert und war dann zur Behandlung in die Vereinigten Staaten ausgeflogen worden. Dort überstand er die Erkrankung zwar, klagte nach einiger Zeit aber über steigenden Druck in seinen Augen, abnehmendes Augenlicht und zunehmende Augenschmerzen. Tatsächlich konnten eine sogenannte Uveitis – eine Entzündung innerhalb des Auges – nachgewiesen werden. Dies führte sogar dazu, dass die Farbe eines Auges sich von blau zu grün veränderte. Zur näheren Untersuchung entnahmen Wissenschaftler ihm dann etwas Augenflüssigkeit. Dort konnte dann tatsächlich das Ebola-Virus nachgewiesen werden.

Weitere Überlebende sollen untersucht werden

Bereits vor einiger Zeit hatten Forscher das Virus auch im Sperma von Überlebenden nachweisen können. Forscher wollen nun weitere Überlebende untersuchen und schauen, inwieweit dort ähnliche Symptome auftreten und wo Unterschiede bestehen. Dabei kommt den Forschern zugute, dass es aufgrund der hohen Zahl an Infektionsfällen, auch vergleichsweise viele Überlebende gibt. „Diesmal gibt es tausende Überlebende, so dass wir möglicherweise ein Bild davon bekommen, was genau noch auf sie zukommt“, erläutert die beteiligte Wissenschaftlerin Justine Smith. Eine erneute Ausbreitung des Virus droht dabei von den Augen der Überlebenden nicht auszugehen. Lediglich bei Augenoperationen ist entsprechende Vorsicht geboten.


Via: Mashable

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