Im Jahr 2013 kam es zu massiven Ebola-Ausbrüchen auf dem afrikanischen Kontinent. Diese forderten viele Menschenleben, sie zeigten aber auch, dass die medizinische Forschung durchaus nach Bedarf agieren kann – und das sie sich nicht immer nur danach richtet, mit welchen Wirkstoffen sich in Industrieländern möglichst viel Umsatz machen lässt. Durch die Ebola-Ausbrüche konzentrierten sich mehrere Teams weltweit auf die Entwicklung eines Impfstoffes. Die Weltgesundheitsorganisation WHO berichtete letztes Jahr von vielversprechenden ersten Ergebnissen eines Impfstoffes namens rVSV-ZEBOV. Die finalen Studien mit dem Impfstoff wurden kürzlich beendet, und die verantwortlichen Forscher zeigten sich erfreut, dass die initialen 100-prozentige Wirksamkeit des Impfstoffes bestätigt werden konnten.


Ebola

Impfstoff wurde in Guinea getestet

Für die vielen Menschen, die im westlichen Teil des afrikanischen Kontinents ihr Leben während der Ebola-Epidemie verloren haben, kommen diese Ergebnisse natürlich zu spät. Dennoch ist es beruhigend, zu wissen, dass sich die Ereignisse so wie sie sich zugetragen haben nicht mehr wiederholen werden.


Seit den 1970er Jahren kam es immer wieder zu kurzen Ebola-Ausbrüchen, die aber nie viele Todesopfer forderten. 2013 änderte sich dies jedoch abrupt. Der Ausbruch in Westafrika ließ 28.000 Menschen erkranken, von denen 11.300 verstarben.

Im März 2015 begannen Forscher, Menschen in einer Küstenregion von Guinea mit einem unter Hochdruck entwickelten Impfstoff zu impfen. In der Region gab es damals noch neue Ebola-Infektionen.

rVSV-ZEBOV schützt Geimpfte und Ungeimpfte dank Ringimpfung

Die von den Wissenschaftlern verwendete Impfmethode stützte sich auf zwei Säulen: Zum einen natürlich auf den Impfstoff selber, zum anderen aber auf die für die Impfung verwendete Methodik. Wenn eine Person an einer Ebola-Infektion erkrankte, machte das Team alle Menschen ausfindig, die in den letzten drei Wochen mit der erkrankten Person in Kontakt waren und impfte diese sowohl ihr näheres Umfeld. Diese Methode wird als Ringimpfung bezeichnet und war in den 1970er Jahren bereits maßgeblich an der Ausrottung der Pocken beteiligt.

Die Studie in Guinea umfasste insgesamt 12.000 Teilnehmer, von denen 5837 die Impfung erhielten. Zwar hatte die Impfung kleinere Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Müdigkeit, aber von den geimpften Personen erkrankte keine einzige an Ebola. In der Kontrollgruppe, die keine Impfung erhielt, kam es zu 23 Neuerkrankungen. Nach Angaben der Forscher schützte die Ringimpfung auch den nicht geimpften Teil der Bevölkerung, auch wenn dieser Effekt noch durch weitere Studien quantifiziert werden muss.

Ebola left a devastating legacy in our country. We are proud that we have been able to contribute to developing a vaccine that will prevent other nations from enduring what we endured„, so Dr. KeÏta Sakoba, der für die National Agency for Health Security in Guinea die Antwort auf die Ebola-Epidemie koordinierte.

Zulassung bis Ende 2017

Für die Zukunft sind noch weitere Studien geplant, die die Sicherheit der Impfung für Kinder untersuchen sollen, aber der Impfstoff befindet sich schon im beschleunigten Zulassungsweg sowohl der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA als ihrem europäischen Pendant, der European Medicines Agency. Der Hersteller des Impfstoffes, Merck, will bis Ende 2017 die Zulassung erreichen und hat sich verpflichtet, bis dahin 300.000 Impfdosen für den sogenannten „Compassionate Use“ außerhalb der Zulassung vorzuhalten, falls es noch einmal zu einem Ebola-Ausbruch kommen sollte.

via WHO

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