Die Ebola-Epidemie in Afrika gerät langsam ein bisschen in Vergessenheit. In Afrika findet noch immer eine humanitäre Katastrophe statt, die Wissenschaftler und Pharma-Konzerne auf den Plan rief, um an einem Schutz gegen die Krankheit zu finden. Nun tauchten vorläufige Ergebnisse einer Studie mit einem experimentellen Impfstoff in Guinea auf, die einen hundertprozentigen Impfschutz zeigten.


Mit Ringimpfungen gegen Ebola

Die Studie basierte auf einem Impfschema, das auch zur Ausrottung der Pocken genutzt wurde und das als Ring-Schema bezeichnet wird. Nachdem bei einem Patienten Ebola diagnostiziert wurde, wurden seine Familie und Freunde unverzüglich geimpft, um die gefährlichsten Infektionswege zu unterbrechen. Die Studie umfasste 4.000 Probanden. Auch wenn die vorläufigen Ergebnisse einen 100-prozentigen Schutz zeigen, gehen die Forscher davon aus, dass der Schutz auf einen Wert zwischen 75 und 100 Prozent fallen wird, wenn größere Studien durchgeführt werden. Die Ergebnisse sind dennoch sehr vielversprechend.


This is an extremely promising development. The credit goes to the Guinean Government, the people living in the communities and our partners in this project. An effective vaccine will be another very important tool for both current and future Ebola outbreaks”, so Dr. Margaret Chan von der World Health Organisation.

Studiendesign: Keine Placebos

Eine Studie unter den in Afrika herrschenden Bedingungen folgt anderen ethischen Regeln als eine Studie in einem reichen Industrieland. Die Forscher entschieden sich daher gegen eine Doppelblindstudie mit Placebos und bildeten stattdessen zwei Gruppen, von denen eine Gruppe sofort nach Auftritt der Krankheit im Umfeld geimpft wurde, während die andere Gruppe 3 Wochen auf die Impfung warten musste. In der ersten Gruppe erkrankte während des Infektionsfensters von 10 Tagen kein einziger Proband, in der zweiten Gruppe traten 16 Infektionen auf.

Die Studie, deren Ergebnisse in der Zeitschrift The Lancet veröffentlicht wurden, war jedoch so erfolgreich, dass die zweite Gruppe schnell aufgelöst wurde und danach alle Probanden, die Kontakt mit einem Infizierten hatten, sofort geimpft wurden. Außerdem wurde die Probandengruppe, die sich bisher nur auf Erwachsene beschränkte, auf Kinder und Jugendliche erweitert.

Bei dem verwendeten Impfstoff handelt es sich um rVSV-ZEBOV, der auch schon vorher im Kampf gegen Ebola zum Einsatz kam. Beeindruckend an dem Impfstoff ist vor allem die Entwicklungszeit: Statt sich wie sonst über mehrere Jahrzehnte zu erstrecken, wurde die Entwicklungszeit des Impfstoffs auf 12 Monate gestaucht.

This is a remarkable result which shows the power of equitable international partnerships and flexibility. This partnership also shows that such critical work is possible in the midst of a terrible epidemic. It should change how the world responds to such emerging infectious disease threats. We, and all our partners, remain fully committed to giving the world a safe and effective vaccine”, erklärt Jeremy Farrar vom Wellcome Trust, der an der Studie beteiligt war.

Als nächstes möchten die Forscher rausfinden, wie lange der durch den Impfstoff garantierte Schutz andauert.

via IFLScience

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