Die Aufmerksamkeit für die Probleme, die Luftverschmutzung mit sich bringt, nahm in den letzten Jahren deutlich zu. Das zeigt unter anderem die Debatte bezüglich Grenzwerten für die Verunreinigung mit Stickoxiden und Feinstaub. Dass schlechte Luft sich auf die Gesundheit der Menschen auswirkt, wird kaum bezweifelt. Wie stark die Auswirkungen von schlechter Luftqualität sind, ist indes aber unklar. Eine neue Untersuchung der EAA, der European Environment Agency, kommt nun zu dem Schluss, dass allein 2016 in Europa 400.000 Menschen an den Folgen schlechter Luftqualität verstarben.


Foto: By N p holmes (Own work) [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Luftverschmutzung führt zu zahlreichen Todesfällen

Luftverschmutzung ist eine zwingende Folge einer modernen Gesellschaft – zumindest so, wie diese aktuell ausgestaltet ist. Die negativen Folgen liegen auf der Hand: Schlechte Luft schadet der Gesundheit, was nicht zuletzt auch die Kosten der Gesundheitssysteme erhöht. Alberto Gonzales Ortiz, der bei der EEA beschäftigt und der Hauptautor der Studie ist, warnt, dass die Luftverschmutzung „aktuell das wichtigste Umweltrisiko für die menschliche Gesundheit“ sei. Zu den gefährlichen Verunreinigungen gehören Ozon (O3), Stickstoffdioxid (NO2) und Schwefeldioxid (SO2).

Die Ansammlung von verschmutzenden Faktoren aus mobilen Quellen wie Fahrzeugen sowie stationären Quellen wie Kraftwerken, Industrie und Privatwohnungen und -häusern führt dazu, dass Europa eigentlich effiziente Pläne für die Luftqualität benötigt.


Kampf gegen schlechte Luft

2017 setzte die EU Limits für den Anteil, den bestimmte Verunreinigungsfaktoren an der Atemluft haben dürfen. Spanien und Italien etwa sind Länder, die von der Europäischen Kommission wegen schlechter Luftqualität und nicht ausreichenden Maßnahmen gegen diese vor den Europäischen Gerichtshof gebracht worden sind. Auch Großbritannien ist aktiv geworden und verlangt per Gesetz, dass Autohersteller ihre Fahrzeuge zurückrufen, wenn bestimmte Werte überschritten werden. Lernen könnte die EU etwas von China  – auch wenn dort natürlich die Ausgangsbedingungen deutlich drastischer ausfallen als in Europa.

Die WHO warnt bereits seit einiger Zeit davor, dass die Luftverschmutzung mitverantwortlich für die hohen Todeszahlen durch Lungenkrebs (29 Prozent Anteil), chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD – 43 Prozent Anteil), Atemwegsinfektionen (17 Prozent Anteil), koronare Herzerkrankung (25 Prozent Anteil) sowie Schlaganfällen (24 Prozent Anteil) ist. Besonders verwundbar für die Folgen schlechter Luftqualität sind Länder mit einem niedrigen oder mittleren Durchschnittseinkommen.

Luftverschmutzung gilt auch als einer der großen Motoren des Klimawandels. Emissionen gehören zu den größten Faktoren, die zu globaler Erwärmung führen. Ortiz bezeichnet den Kampf gegen die Luftverschmutzung daher als „win-win“, da sowohl etwas für die Gesundheit der Bevölkerung als auch gegen den Klimawandel getan wird.

via Reuters

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