Dank einer innovativen Idee von Forschern der TU München könnte die Energiegewinnung durch Wasserkraftwerke in der jungen Zukunft wieder eine größere Rolle spielen. Aktuelle Wasserkraftwerke können kaum noch die strengen Umweltauflagen erfüllen. Das neue Konzept eines umweltverträglicheren Wasserkraftwerks in der Gestalt eines Schachtwerks, erfüllt alle Umweltschutzstandards. Zudem erhielten die Forscher nun auch eine Genehmigung für den Bau der ersten Anlage.


Schachtkraftwerk
Schachtkraftwerk Prototyp-Anlage in Großweil bei München Bild: TU München

Wasserkraftwerke haben weiterhin großes Potential

Bis 2022 sollen alle Atomkraftwerke in Deutschland vom Netz sein. Es gilt also weiterhin Lösungen zu finden, die umweltfreundlicher und weniger gefährlich sind, in Zukunft aber den Ausfall der Atomkraftwerke kompensieren. Die Industrie und auch die Forschung arbeiten dabei mit Hochtouren daran neue Wege zu finden Strom effektiv zu erzeugen. Wenn erneuerbare Energien diskutiert werden, finden Wasserkraftwerke allerdings kaum Beachtung. Das ist schade, schließlich ist hier noch enormes Potential verborgen, wie die Forscher der TU München nun unter Beweis stellen wollen.

Schachtkraftwerk


Schachtkraftwerke sind nahezu unsichtbar

Während herkömmliche Wasserkraftwerke als zu großer Eingriff in die Natur gewertet werden, fällt das neue Schachtkraftwerk kaum auf, da es unter Wasser liegt und zudem die Fließgeschwindigkeit nur in einem minimalen Maße verändert. In Großweil bei München, soll noch in diesem Jahr die erste Anlage zu Demonstrationszwecken errichtet werden. Wie der Name bereits vermuten lässt, wird zunächst ein Schacht in einem Flussbett angelegt. Hierin befinden sich dann die Turbine und der Generator unter der Wasseroberfläche. Das Oberwasser fließt von oben durch eine in der Turbine befindliche Öffnung und treibt diese folglich an. Vor der Luke haben die Forscher ein engmaschiges Stahlnetz angebracht, welches Fische davor schützt in die Turbine zu gelangen.

Hoher Wirkungsgrad und effizienter Naturschutz

Eine weitere Besonderheit bei den Schachtkraftwerken ist der enorme Wirkungsgrad in Höhe von 86 Prozent. Konventionelle Wasserkraftwerke haben einen Wirkungsgrad zwischen 70 und 80 Prozent. Das in die Flusssohle eingelassene Kraftwerk ist für Experten und örtliche Politiker revolutionär. Der Bürgermeister der Gemeinde Großweil, Manfred Sporer, glaubt an den Erfolg der neuen Wasserkraftwerke und geht davon aus, dass sich die Kosten der Anlage in Großweil in Höhe von 3,4 Millionen Euro in 12 bis 13 Jahren amortisiert haben.

Experten halten fest, dass der Zukunftsmarkt für die neuen Schachtkraftwerke eher in Afrika und in China angesiedelt sein dürfte. Während in Europa knapp die doppelte Menge Energie durch Wasserkraft gewonnen werden kann, kann der Wert in Afrika vervierfacht und in China immerhin noch verdreifacht werden.

Fische
Schachtkraftwerke mit Fischwegen für den Fischschutz

Die modernen Anlagen sind zuletzt auch Fisch-freundlich. Schließlich sollen keine Tiere in die Turbine gelangen können. Dafür sorgt ein Stahlnetz und der Umstand, dass die Fische um die Turbine herum oder drüber hinweg geleitet werden.

Quelle: TU München

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