Die ersten Tornado-Kampfflieger wurden bereits im Jahr 1981 an die deutsche Bundeswehr ausgeliefert. Kein Wunder also, dass sich die Experten dort inzwischen Gedanken über mögliche Nachfolgemodelle machen. Die Luftfahrtausstellung ILA in Berlin im vergangenen Jahr war für die Hersteller entsprechender Kampfflugzeuge daher eine willkommene Gelegenheit zur Eigenwerbung. Der US-Flugzeugbauer Lockheed Martin schickte sogar extra zwei Flieger des Typs Typs F-35A auf die lange Reise. Diese mussten unterwegs nicht weniger als zehnmal aufgetankt werden und erreichten schließlich nach elf Stunden und 24 Minuten ihr Ziel. Der Rückflug in die Vereinigten Staaten könnte bei den Ingenieuren von Lockheed Martin nun aber für Kopfzerbrechen sorgen. Denn der deutschen Firma Hensoldt soll es gelungen sein, die Flugzeuge mithilfe eines speziellen Radars für rund 150 Kilometer zu verfolgen.


Bild: Gemeinfrei

Ein passives Radarsystem brachte den Durchbruch

Dies ist für den Hersteller problematisch, weil es sich eigentlich um Tarnkappenbomber handelt. Die Flugzeuge des Typs F-35A wurden also extra so konzipiert, dass sie von Radarsystemen eben nicht erkannt werden können. Allerdings hatten die Ingenieure dabei vor allem klassische Radarsysteme im Sinn. Diese funktionieren, indem ein Suchstrahl in Richtung Himmel geschickt und das Echo ausgewertet wird. Die Tarnkappenbomber wurden nun so gebaut, dass sie diesen Suchstrahl in alle Richtungen leiten und daher so gut wie nichts an den Ursprungspunkt zurückkehrt. Folglich kann das Echo auch nicht ausgewertet werden und das Flugzeug bleibt unerkannt. Das Problem allerdings: Die Experten von Hensoldt verwendeten ein spezielles passives Radarsystem namens Twinvis. Dabei wird kein direkter Suchstrahl verschickt, sondern es werden die elektromagnetischen Wellen genutzt, die dank Radio- und Fernsehübertragungen ohnehin in der Atmosphäre unterwegs sind.

Optimierte Algorithmen suchen nach den richtigen Signalen

So wird in den meisten Regionen Deutschlands das Fernsehsignal beispielsweise auch über DVB-T2 verbreitet. Kommt nun ein Flugzeug in die ausgestrahlten elektromagnetischen Wellen, gleiten diese um das fremde Objekt herum. Auch dadurch entsteht ein Echo, dass dann an anderer Stelle aufgefangen werden kann. Genau dies scheint den Technikern von Hensoldt nun gelungen zu sein. Geholfen hat ihnen dabei auch die technologische Entwicklung. Denn natürlich sind am Himmel zahlreiche Objekte unterwegs, die ein Echo aussenden. Aus all diesen Rückmeldungen müssen nun genau die Signale herausgefiltert werden, die zu einem fremden Flugzeug gehören. Dank großer und günstiger Rechenleistung und optimierter Algorithmen ist dies inzwischen aber vergleichsweise einfach möglich. Der Durchbruch von Hensoldt ist aber noch mit einer Einschränkung zu versehen: Die passiven Radarsysteme funktionieren nur in Regionen, in denen es ausreichend Signale von Radio- und Fernsehübertragungen gibt.


Via: Defense News

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1 Kommentar

  1. Björn

    1. Oktober 2019 at 10:24

    Naja, wenn die Dinger nicht mit Radar entdeckt werden können, dann bestimmt mit Wärmeunterschieden in den entsprechenden Luftschichten… Es wird immer Wege und Möglichkeiten geben.
    zum Glück.

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