Die Bonn Challenge ist ein Projekt mit gigantischen Dimensionen, in einem Akt globaler Anstrengung sollen bis zum Jahr 2020 etwa 150 Millionen Hektar abgeholztes Land renaturiert werden. Zehn Jahre später steigt die angestrebte Zahl auf 350 Millionen Hektar, eine Fläche, die größer ist als ganz Indien. Wie soll das gehen?


Brandrodungen sind nur ein Teil des Problems.

Landwirtschaftliche Abfälle bringen die Renaturierung deutlich voran

Das World Resources Institute in Washington D.C. spricht sogar von 2 Milliarden Hektar Landfläche, die sich wieder aufforsten ließen. Eine ungeheure Zahl, die zweifeln lässt, ob das jemals machbar ist! Doch ein Experiment in Costa Rica weist den richtigen Weg zum Ziel: 1998 kippten Umweltschützer 1000 LKW-Ladungen Orangenschalen auf eine verlassene, abgeholzte Fläche; heute herrscht dort eine viel höhere Artenvielfalt als in der Umgebung, die nur vor Feuer und anderen destruktiven Einflüssen geschützt wurde. 24 verschiedene Baumarten wachsen beispielsweise in der Orangenschalenregion, auf der restlichen Fläche finden sich nur ein Drittel so viele. Landwirtschaftliche Abfälle können also die Renaturierung deutlich voranbringen, ohne dass das Projekt danach mehr Mühe kostet: Die natürliche Düngung aktiviert die Selbstheilungskräfte der Natur.

In diesem Video erfahrt ihr mehr über die Bonn Challenge


»Wenn man mit der Natur arbeitet, erlebt sie ein Comeback«

Einfach, aber sehr effektiv, so präsentiert sich diese interessante Methode der Wiederaufforstung, die auch Kleinbauern vor Ort und die sonstige Bevölkerung mit einbezieht. Die Menschen lernen, auf »ihr Land« aufzupassen, es vor Viehfraß und weiterer Abholzung zu schützen und ansonsten einfach nur abzuwarten, bis die Natur sich ihr Revier zurückerobert. Im Gegenzug erhalten sie einen hervorragenden Schutz vor Bodenerosion und Überschwemmungen, der Grundwasserspiegel steigt auf altes Niveau und in heißen Gebieten gibt es im Zuge der Renaturierung deutlich mehr Kühlung. Der Landwirtschaftsexperte Tony Rinaudo drückt es so aus: »Wenn man nicht immer mit dem Vorschlaghammer auf die Natur draufhaut, sondern mit ihr arbeitet, erlebt sie ein Comeback«.

Renaturierungsmosaik bringt Flächen auf verschiedene Weise voran

350 Millionen Hektar Land per Hand mit Bäumen zu bepflanzen, das erscheint ohnehin kaum möglich, doch unter Renaturierungsexperten gehört auch dieser Baustein zu einer Art Renaturierungsmosaik dazu: Die einen Flächen werden zu Schutzgebieten erklärt und mit Bioabfällen gedüngt, die anderen erhalten einen von Menschenhand angepflanzten Baumbestand, wieder andere dienen zum Feldfrüchteanbau unter bereits bestehenden Bäumen. Die natürliche Regeneration findet dort statt, wo sie am besten funktioniert: So klappt es hoffentlich auch mit den wirklich ambitionierten 2 Milliarden Hektar Land, die noch auf ihre Aufforstung warten.

Quelle: spekturm.de, bonnchallenge.org

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