Für immer jung zu sein, ist eine Fantasie, die nicht nur Superbösewichte ersehnen. Doch bisher gab es am Verfall des menschlichen Körpers kein vorbeikommen. Eine neue Studie offenbart allerdings einen Ansatz, der es erlauben könnte, auch im hohen Alter noch fit wie ein Teenager zu bleiben.


Jungbrunnen
Foto: Jungbrunnen Gerhard W. LoubCC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Unsere Muskeln lassen nach im Alter

Ein Problem des Alterns ist, dass sich die Muskeln über die Zeit abnutzen und sich entzünden. Weiterhin entwickeln sie eine Resistenz gegenüber Insulin, dadurch können die Zellen keine Glukose mehr aufnehmen, die sie für Aktivität brauchen. Aus diesem Grund fällt es älteren Menschen schwer, sich zu bewegen und Sportler können ihren Leistungsstandard nicht halten, wenn sie älter werden.
David Sinclair von der Universität von Harvard hat dazu ein Experiment durchgeführt, welches das Alter von Muskelgewebe drastisch verjüngt. Dazu hat er Mäusen das Co-Enzym NAD+ gegeben, welches erfolgreich den Alterungsprozess der Muskeln umgekehrt hat. Über die Zeit verringert sich der Gehalt an NAD+ in den Muskeln, was die Möglichkeiten der Zellen verringert, ATP zu produzieren, das als Energielieferant unerlässlich ist. Ersetzt man das NAD+, welches durch das Altern verloren geht, ist es möglich, das Muskelgewebe zu verjüngen.

Fitness bis ins hohe Alter

Auf Grund der erfolgreichen Experimente an Mäusen wurden auch Studien an Menschen in der ganzen Welt durchgeführt, primär allerdings um Nebenwirkungen und mögliche Risiken der Therapie zu erforschen. Wäre man in der Lage, die Effekte, die bei den Mäusen auftraten, auf den Menschen zu übertragen, könnte ein 60 jähriger Mann die Konstitution eines 20 Jährigen haben. Die Studien am Menschen haben dieses Jahr begonnen, allerdings werden auswertbare Daten Jahre brauchen, um Rückschlüsse ziehen zu können. Dennoch ist Sinclair optimistisch, dass man in Zukunft Menschen die Möglichkeiten geben kann, auch im hohen Alter noch fit zu sein.


Normaler Fortschritt oder unmoralisch?

Auf die Frage, ob Sinclair damit Gott spiele, antwortet er, dass man sich nur überlegen muss, wie Antibiotika vor 100 Jahren gewirkt haben muss. Damals könnte bereits ein entzündeter Splitter tödlich gewesen sein, heutzutage undenkbar. Ebenso hält er es mit der Verjüngungspille. Sobald diese akzeptiert ist, wird man sich fragen, wie die Menschen vor 100 Jahren nur so schwach im Alter leben konnten.

Quelle: iflscience

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