Ältere Menschen wagen es oft nicht, ihren Führerschein abzugeben, weil sie Angst haben, ihre Mobilität zu verlieren. Auch sorgen sie sich darum, eventuell zu vereinsamen, weil sie vielleicht niemanden mehr besuchen können und es auch schwieriger haben, zu Veranstaltungen zu gelangen. Leider sprechen die Unfallzahlen für sich: Senioren ab 64 Jahre fahren gefährlicher. Ein neuer Trend in Deutschlands Städten erleichtert ihnen die Entscheidung.


Rentner entern die Öffis

Mehrere deutsche Städte machen schon mit

Die Unfallstatistik besagt, dass Autofahrer von über 64 Jahren, die an einem Unfall beteiligt sind, sich in über 65% der Fälle als Hauptschuldige entpuppen. Drehen wir noch ein wenig an der Altersschraube und sehen uns die 75-Jährigen an, dann schnellt der Prozentsatz schon auf über 75. Natürlich haben nicht alle Senioren Schwierigkeiten beim Wenden, Abbiegen und dem Beachten der Vorfahrt, denn es gibt immer wieder Menschen, die fitter sind als andere. Doch diejenigen, die sich unsicher fühlen, sollen es nun leichter haben, sich von ihrem Führerschein zu trennen. Die Städte Karlsruhe, Ingolstadt, Ulm, Dortmund und noch einige mehr bieten ihren Senioren ab Rentenalter ein Abo für Bus und Bahn an, wenn sie den entscheidenden Schritt wagen. Klingt doch ziemlich fair, oder?

Stadt Augsburg investiert dieses Jahr 70.000 Euro

Im letzten Jahr drängte die Bürgerpartei Pro-Augsburg dazu, dass auch Augsburg seinen Rentnern ein ähnliches Angebot unterbreitet. Jetzt lief die Aktion erfolgreich an, gleich am ersten Tag erschienen 15 ältere Stadtbewohner auf der Führerscheinstelle, um auf den Deal einzugehen. Sie erhielten ihr Jahres-Abo für den öffentlichen Nahverkehr im Wert von je 360 Euro gleich ausgehändigt. Wahrscheinlich werden ihnen bis zum Ende der Aktion, dem 31. Mai, noch einige weitere Senioren folgen, man hofft auf etwa 200 entschlossene Rentner. Stadt und Stadtwerke halten jedenfalls ein Budget von etwa 70.000 Euro bereit, um den älteren Ex-Autofahrern so weit entgegenzukommen. Noch schöner wäre es, den Senioren ein lebenslanges Abo zu bewilligen, denn ihre Sorge geht sicherlich über dieses eine Jahr hinaus. Vielleicht lassen sich die Entscheidungsträger diesen Gedanken noch einmal durch den Kopf gehen.


Quelle: stern.de 

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1 Kommentar

  1. Björn

    8. April 2019 at 08:01

    WoW, es gibt sie noch… Die Politik FÜR den Bürger und die Gesellschaft!

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