Eine hohe Anzahl an Sexualpartnerinnen im Verlauf des Lebens senkt das Risiko für Männer, an Prostatakrebs zu erkranken, erheblich. Zu diesem zugegebenermaßen im ersten Moment etwas seltsam klingenden Ergebnis kommt eine Studie der Université du Québec in Montreal.


Prostatakrebs
Eine hohe Anzahl an Sex-Partnerinnen senkt das Prostatakrebs-Risiko.

Soziodemografische Faktoren haben Einfluss auf das Krebsrisiko

Laut einer Pressemitteilung untersuchten die Forscher rund um Marie-Elise Parent in ihrer Studie 3.208 Männer untersucht. Bei 1.590 der Probanden war zwischen 2005 und 2009 Prostatakrebs diagnostiziert worden. Die verbliebenen 1618 Männer haben die Kontrollgruppe der Studie dargestellt. Durch Vergleiche der Kontrollgruppe mit der Gruppe der erkrankten Probanden sollte herausgefunden werden, welche Faktoren das Auftreten einer Prostatakrebs-Erkrankung begünstigen. Im Mittelpunkt der Studie standen vor allem soziodemografische Faktoren. Zu diesen zählten unter anderem auch sexuelle Orientierung und Gewohnheiten.

Promiskuität verringert das Prostatakrebs-Risiko

Die Studie ergab ein durchaus interessantes Ergebnis. Männer, die im Laufe ihres bisherigen Lebens mehr als 20 Sexualpartnerinnen hatten, haben ein geringeres Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken als solche, die weniger Partner hatten. Konkret war das Risiko für Prostatakrebs aller Arten um 28 Prozent niedriger, während das Risiko für andere aggressive Krebsarten um 19 Prozent sank, so die Mitteilung der University of Montreal. Vereinfacht gesprochen könne man davon ausgehen, dass das Krebsrisiko weiter sinke, je mehr Sexualpartnerinnen ein Mann habe. “Es ist möglich, dass viele weibliche Sexualpartner zu einer höheren Frequenz der Ejakulationen führen, dessen schützende Wirkung gegen Prostatakrebs bereits zuvor in Kohortenstudien beobachtet worden ist”, so Parent.


Gegenteilige Auswirkungen bei homosexuellen Männern

Interessanterweise stelle sich die Situation bei homosexuellen Männern andersrum dar, so die Forscher. Jeder zusätzliche Sexualpartner erhöhe in dieser Gruppe das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Die Ursachen für diesen Effekt konnte das Team um Parent bisher nicht erkennen. Es ließ sich jedoch zu der ein oder anderen spekulativen Hypothese hinreißen: „Es könnte durch eine höhere Belastung durch sexuell übertragbare Infektionen dazu kommen, oder es könnte sein, dass Analverkehr zu körperlichen Traumata an der Prostata führt„, erklärte Parent.

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