Fortpflanzung und Evolution war lange den lebenden Organismen vorbehalten, doch nun kommt eine Zeit, in der sich auch Roboter selbständig weiterentwickeln können: Eine Roboter-Mutter baut serienmäßig »Kinder« und verbessert jede Generation selbständig.


Forscher als Geburtshelfer für Roboterbabys

Einige eher pessimistisch geprägte Menschen werden in dieser neuen Entwicklung vielleicht die Apokalypse herannahen sehen: Roboter, die sich eigenständig fortpflanzen und dabei verschiedene Evolutionsstufen durchlaufen, könnten schließlich irgendwann dazu führen, dass Maschinen die Herrschaft auf der Erde übernehmen. Bislang beteuern die Wissenschaftler aber noch, alles im Griff zu haben und weisen auf die erstaunlichen Möglichkeiten hin, die diese interessante Innovation bietet. Dr. Fumiya Iida von der University of Cambridge fungiert als eine Art Geburtshelfer für Roboterbabys, er plädiert dafür, Robotern einen kreativen Spielraum zu überlassen, um eigene technische Weiterentwicklungen voranzutreiben.


Erste Schritte in Richtung eigenständiger Roboterevolution

lidas Robotermutter setzt aus zwei bis fünf Würfeln und einen Motor krabbelnde »Kleinkinder« zusammen, die sie anschließend auf ihre Bewegungsfähigkeit testet. In diesem Prozess lernt sie fortwährend hinzu, jede neue Generation bewegt sich geschickter als die vorangegangene. Dabei entsteht natürlich noch kein Nachwuchs, der bezüglich der Funktionsvielfalt an seine Mutter heranreicht, doch erste Schritte in Richtung Roboterevolution sind hiermit getan. Im digitalen Bereich existieren bereits seit langem Computerprogramme, die Ähnliches tun: Sie erzeugen automatisch neue Programme, die sie testen und verbessern. Dabei kommen oftmals Ergebnisse heraus, die ihre menschlichen Schöpfer überraschen, denn die Kreativität von Mensch und Maschine unterscheidet sich doch deutlich.

So baut die Robotermutter ihre Kinder

Varianten, die die Techniker nicht erwartet hätten

Dieses Prinzip automatisierter Fortpflanzung auf physisch greifbare Maschinen zu übertragen, birgt einige Herausforderungen in sich. Denn nun besteht die Notwendigkeit, für eine große Menge Rohmaterial zu sorgen, außerdem laufen die Evolutionsprozesse sehr viel langsamer ab und sind durch feste äußere Formen relativ starr festgelegt. Die Robotermutter im Test stellte ohne Unterlass Hunderte neuer Formen her und produzierte dabei sogar Varianten, die die Techniker so nicht erwartet hätten. Doch erst, wenn die Roboterkinder so konstruiert sind, dass sie selbst »Mutter« werden können, wird es richtig interessant.

Quelle: phys.org

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