Auf der Suche nach einer günstigen, effizienten und recht schnellen Methode Krebs früh zu erkennen, hat die Professorin Rebecca Fitzgerald von der University of Cambridge einen cytogenen Schwamm entwickelt, der in der Form einer Pille an einem Faden geschluckt wird. Was zunächst etwas komisch klingt, ist eine tolle Möglichkeit kostengünstig innerhalb kürzester Zeit mehr als eine halbe Million Zellen aus dem Körperinneren (Speiseröhre) zu gewinnen um diese im weiteren Verlauf untersuchen zu können.


Cytosponge
Cytosponge hat die Größe einer Vitaminpille Bild: University of Cambridge

Effizientere Früherkennung von Speiseröhrenkrebs

Zusammen mit ihrem Team hat Rebecca Fitzgerald die neue Methode für die Früherkennung von Krebs bereits an mehr als 2000 Patienten getestet. Das Verfahren ermöglicht einen höheren Grad an Präzision als konventionelle Methoden. Zudem handelt es sich bei dem „Eingriff“ um eine kostengünstige Behandlung, die zudem sehr effektiv ist. Vorrangig geht es darum den zerstörerischen und auch schwer behandelbaren Speiseröhrenkrebs frühzeitig ausfindig zu machen. Je früher diese aggressive Form von Krebs entdeckt wird, desto erfolgreicher kann eine Behandlung durchgeführt werden. Oftmals bleiben den Patienten nach der Diagnose nur noch wenige Jahre. Studien haben ergeben, dass fünf Jahre nach der Erstdiagnose nur noch 13 bis 15 Prozent der Patienten leben. Ein Grund dafür ist, dass die Krebszellen in der Speiseröhre unterschiedliche Formen annehmen und regelmäßig nur schwer lokalisiert werden können. Des weiteren wachsen die Zellen auch unterschiedlich schnell. Regelmäßig müssen daher Spiegelungen der Speiseröhre mit Gewebeentnahmen erfolgen. Für die Patienten ist das alles andere als eine angenehme Sache. Da die Gewebeentnahme jedoch immer nur partiell ist, handelt es sich dabei auch stets ein wenig um ein Glücksspiel, etwaige Krebszellen zu „erwischen“.

Pille Schwamm


Mehr als eine halbe Millionen Zellen in fünf Minuten

Mit dem einfachen Gewebeschwamm kommt jedoch eine nichtinvasive Methode zum Einsatz, die mehr als eine halbe Million Speiseröhren-Zellen binnen weniger Minuten extrahiert und das ohne Gewebe herausschneiden zu müssen. Die Methode ist zudem auch deutlich angenehmer für die Patienten. Zunächst wird eine an einem Faden befestigte Pille, die so groß ist wie eine herkömmliche Vitamin-Pille ist, geschluckt. Nach etwa fünf Minuten löst sich der Schutzmantel und der Schwamm entfaltet sich im Inneren der Speiseröhre. Nun wird der Gewebe-aufnehmende Schwamm langsam wieder heraus gezogen. Für einen kurzen Augenblick dürfte die Behandlung an dieser Stelle ein wenig unangenehm werden. Im Vergleich zu einer Spiegelung der Speiseröhre ist das jedoch noch sicher sehr human.

Invasive Biopsien an der falschen Stelle können fatale Folgen haben

Im Gegensatz zu konventionellen Biopsien, die stets Fachpersonal erfordern und zudem auch noch nur einen kleinen Gewebeausschnitt für Folgeuntersuchungen gewähren, befördert der Schwamm eine Vielzahl verschiedener Zellen über einen viel größeren Abschnitt (mehr als 10 Zentimeter) verteilt aus der Speiseröhre an das Tageslicht. Bei der Biopsie hingegen kann schnell eine gesunde Stelle erwischt und folglich auch eine Fehldiagnose gestellt werden.

Dank der neuen Methode, können in Zukunft auch Gesundheits- und Krankenpfleger eine umfangreiche Untersuchung zur Förderung der Früherkennung von Speiseröhrenkrebs vornehmen. Die Ergebnisse zu den aktuellen Untersuchungen mit dem neuen Schwamm hat Rebecca Fitzgerald im Fachblatt Nature Genetics niedergeschrieben. Zusammen mit dem Unternehmen Covidien wird bereits an einem Test für den kommerziellen Einsatz gearbeitet.

Cytosponge im Video

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