Monheim am Rhein hat gut 40.000 Einwohner und machte vor einigen Jahren Schlagzeilen, weil ein damals 29-jähriger zum Bürgermeister gewählt wurde. Abgesehen davon kommt die Stadt in der Regel ohne bundesweite Schlagzeilen aus. Dies könnte sich aber bald ändern. Denn ausgerechnet Monheim am Rhein wird nun zum europäischen Trendsetter. Erstmals in Europa soll dort eine ganze Flotte an autonom fahrenden Bussen im regulären Linienverkehr eingesetzt werden. Gestern wurden die vier Meter langen Busse des französischen Herstellers Easymile erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Nun werden die Fahrzeuge einige Monate lang im reinen Testbetrieb verkehren und die Strecke ausmessen. Ab Herbst ist dann der erste Linienbetrieb vorgesehen.


Foto: Thomas Spekowius / Stadt Monheim am Rhein

Die Fahrzeuge werden künstlich in der Geschwindigkeit beschnitten

Konkret ist eine eigene Linie geplant, die auf einer rund zwei Kilometer langen Strecke unterwegs sein wird. Die Besonderheit: Der Verkehr verläuft nicht innerhalb eines abgegrenzten Raums. Stattdessen sollen die Busse in den normalen Stadtverkehr integriert werden. Wie sich dies in der Praxis gestaltet, bleibt aber noch abzuwarten. Denn selbst theoretisch fahren die autonomen Busse maximal vierzig Stundenkilometer. In Monheim am Rhein ist die Spitzengeschwindigkeit sogar auf nur 20 Km/h gedrosselt. Zudem muss immer ein Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe mit an Bord sein. Da kein Lenkrad existiert, kann dieser zwar nicht die Richtung des Fahrzeugs ändern. Zumindest ist es aber möglich, eine Art Notstopp zu aktivieren. Diese Vorgabe war Voraussetzung, um eine Sondergenehmigung für den Betrieb der Busse zu erhalten.

Das Experiment wird vom Land gefördert

Die für das Projekt notwendigen Investitionen können sich durchaus sehen lassen. Einer der autonomen E-Busse kostet rund 250.000 Euro. Insgesamt rechnen die Initiatoren mit Ausgaben in Höhe von 2,1 Millionen Euro. Immerhin neunzig Prozent davon übernimmt allerdings das Land Nordrhein-Westfalen. Der zuständige Minister Andreas Pinkwart kam daher auch zur Präsentation der neuen Busse und verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass Bus fahren durch den Einsatz neuer Technologien noch sicherer und emissionsärmer wird. Bewährt sich das System auf der ersten Strecke, die vom Busbahnhof in die Altstadt führt, sollen die autonomen Busse zudem langfristig auch im gesamten Stadtgebiet zum Einsatz kommen. Gut möglich, dass dann auch andere Städte nachziehen und Monheim am Rhein sein europäisches Alleinstellungsmerkmal wieder verliert.


Via: Monheim am Rhein

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