Die sozialen Strukturen unserer Gesellschaft haben sich in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert. Noch nie lebten so viele Menschen alleine wie heute. Dies ist nicht zwingend problematisch. Forscher der Brigham Young University weisen nun aber auf die Gefahren dauerhafter Einsamkeit hin: Diese verringere die Lebenserwartung in gleichem Maße wie chronische Fettleibigkeit. Während es allerdings zahlreiche Aufklärungskampagnen zum Thema Fettleibigkeit gibt, ist die Einsamkeitsproblematik noch nicht gleichermaßen in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Dabei dürfte sich die zugrunde liegende Entwicklung in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weiter beschleunigen.


Einsamkeit im Alter
Einsamkeit

Mehrere Formen der Einsamkeit

Grundsätzlich gibt es dabei verschiedene Formen der Einsamkeit, die im Endeffekt aber alle zu einer geringeren Lebenserwartung führen. So können sich beispielsweise auch Leute, die eigentlich ständig unter Leuten sind, unverstanden und alleine gelassen fühlen. Diese haben dann zwar auf den ersten Blick zahlreiche soziale Kontakte, sind faktisch aber trotzdem einsam. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Personen, die bewusst auf viele soziale Interaktionen verzichten und sich so immer weiter selbst in die Einsamkeit treiben. Sämtliche Varianten der Einsamkeit scheinen allerdings negative Auswirkungen auf den Menschen zu haben, der in seiner Natur eigentlich ein soziales Wesen ist.

Trend setzt sich weiter fort

„Der Effekt ist vergleichbar mit dem der Fettleibigkeit, die von den öffentlichen Gesundheitsbehörden sehr ernst genommen wird. Wir müssen beginnen, auch unsere sozialen Beziehungen ernster zu nehmen“, erläutert Julianne Holt-Lunstad, federführende Autorin der Studie, die Bedeutung des Themas. Zukünftig dürfte sich die Problematik zudem weiter verschärfen. Wie der Co-Autor der Studie, Tim Smith, erklärt, gab es noch nie so viele Alleinlebende Menschen auf der Erde. Es sei zu erwarten, dass sich dieser Anstieg auch in Zukunft fortsetzt. Smith spricht daher sogar von der Möglichkeit einer Einsamkeits-Epidemie. Wirkliche Lösungen für die Problematik kann die Wissenschaft bisher allerdings noch nicht benennen.


Quelle: Treehugger

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