Wissenschaftler der University of Manchester und der Madrider Universität haben einen Algorithmus entwickelt, der Menschen an ihrem Gang erkennt. Diese müssen dafür lediglich über eine spezielle Druckplatte auf dem Boden laufen. Ob sie dabei Schuhe tragen oder nicht, spielt für das Ergebnis keine Rolle. Um eine Zuordnung zu gewährleisten, muss zuvor aber natürlich eine entsprechende Datenbank angelegt werden. Zu Forschungszwecken haben die Forscher dies bereits getan und 127 Personen mehrmals über die Druckplatte gehen lassen. Anschließend war die künstliche Intelligenz in der Lage, einzelne Personen exakt zu bestimmen. Die Analyse des Gangs könnte sich somit zu einer Alternative zum klassischen Fingerabdruck entwickeln. Denn die Überprüfung kann mit weniger Aufwand durchgeführt werden.


Der individuelle Gang kann nicht imitiert werden

So ist es etwa denkbar, entsprechende Druckplatten an Flughäfen zu installieren. Die Passagiere würden über diese dann ganz normal zu ihrem Gate gelangen. Nur bei einer Übereinstimmung mit einer Datenbank von gesuchten Personen würde das System Alarm schlagen. Menschliche Mitarbeiter müssten die Person dann genauer unter die Lupe nehmen. Auf diese Weise könnte verhindert werden, dass bestimmte Personen sich unter falschem Namen an Bord einschleusen. Das System hat übrigens auch funktioniert, wenn jemand versucht hat, den Gang einer anderen Person zu imitieren. Unklar ist allerdings noch, inwieweit sich der persönliche Gang kurzfristig verändern kann – etwa durch Sportverletzungen. Dies muss durch weitere Forschungsarbeit noch genauer untersucht werden.

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Zuletzt aktualisiert am 18.01.2019

Ein Biomarker für die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten

Die beteiligten Wissenschaftler haben aber noch eine weitere interessante Anwendungsmöglichkeit im Sinn. Sie hoffen, dass sich über die Analyse des Gangs, bestimmte Indikatoren für kognitive Erkrankungen entwickeln lassen. Bisher beispielsweise ist es vergleichsweise schwierig, festzustellen, wie weit eine Alzheimer-Erkrankung bereits fortgeschritten ist. Denkbar wäre nun, dass die Ganganalyse hier einen neuen Biomarker darstellt – sich der Schritt also mit fortschreitender Krankheit immer auf eine bestimmte Art und Weise verändert. Dank der enormen Entwicklung in Sachen künstlicher Intelligenz, können die entsprechenden Daten heute automatisiert und beinahe in Echtzeit ausgewertet werden. Wie der menschliche Gang überhaupt funktioniert, wurde übrigens erst vor einigen Jahren vollständig entschlüsselt: Wir schreiten nämlich nicht graziös voran, sondern stürzen uns sprichwörtlich nach vorne.


Via: New Atlas

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1 Kommentar

  1. Heine

    29. Mai 2018 at 09:53

    Vielleicht einen Chip in den Schuh machen oder so eine Art Schuhsohle. … Wenn das ginge hätte man alle im“Blick“. … Auch wegen Terror und Gewalt. … Und der Gesundheit.

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