Noch trägt die Konstruktion keinen richtigen Namen und wird lediglich als „System 001“ bezeichnet. Dennoch könnte im Pazifik aktuell Geschichte geschrieben werden. Denn das von dem Niederländer Boyan Slat erdachte „Ocean Cleanup Project“ hat seine Arbeit auf dem größten der drei Ozeane aufgenommen. Die Vision dahinter ist wahrhaftig gewaltig: Die Weltmeere sollen von dem herumschwimmenden Plastik befreit werden. Nach einigen Tests rund 500 Kilometer vor der Küste San Franciscos soll das System daher anschließend im sogenannten „Great Pacific Garbage Patch“ – einem riesigen Müllwirbel mit gigantischen Ausmaßen – zum Einsatz kommen. Neben Slat stehen hinter dem Projekt auch einige millionenschwere Investoren sowie zahlreiche namhafte Universitäten. Es gibt allerdings auch erhebliche Kritik an dem Vorhaben.


Bild: Erwin Zwart/The Ocean Cleanup

Langfristig ist der Einsatz von 60 Plattformen geplant

Die Basis des riesigen Plastiksammelgeräts bildet ein rund 600 Meter langes schwimmendes Rohr. An dieses schließt sich ein rund drei Meter langer Vorhang an, der ins Wasser hinunter reicht. Den Vorstellungen der Planer zufolge soll die Konstruktion sich um den vorhandenen Plastikmüll legen und diesen so festsetzen. Mithilfe von Schiffen könnte der Abfall dann eingesammelt und an Land gebracht werden. Genug Arbeit gibt es auf jeden Fall: Alleine im „Great Pacific Garbage Patch“ zirkulieren mehr als 100 Millionen Plastikteile. Deshalb wird es auch nicht bei „System 001“ bleiben. Vielmehr sollen später einmal bis zu sechzig Müllsammel-Plattformen auf einmal im Einsatz sein. Wie viel Müll damit pro Tag entfernt werden kann, lässt sich bisher aber nur schwer prognostizieren.

Wissenschaftler sehen das Projekt teilweise kritisch

Einige Experten warnen zudem vor den ökologischen Folgen des Projekts. Denn das herumtreibende Plastik stellt zwar eine Gefahr für Fische und Vögel dar, es ist aber auch Teil des Ökosystems. So bilden sich Mikroorganismen und einige Tiere legen dort ihre Eier ab. Entfernt man nun zu viel Plastik aus dem Meer, stellt dies einen Eingriff in die Nahrungskette dar – was erhebliche ungewollte Folgen mit sich bringen könnte. Dennoch ist Boyan Slat nicht der einzige, der mit gigantischen Konstruktionen die Weltmeere reinigen will. Auch eine Aachener Architektin hat sich dieses Ziel gesetzt und dafür eine etwas kompaktere Sammelstation entwickelt. Diese ist aber noch einige Jahre von ihrem ersten Einsatz entfernt.


Via: CNBC

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