Es scheint so gut wie sicher, dass der Mars das nächste Ziel für die bemannte Raumfahrt ist. Wer den roten Planeten als erstes erreicht, wird sich dieses Mal nicht nur zwischen den Weltraumbehörden entscheiden. Auch Elon Musks SpaceX und Boeing arbeiten an entsprechenden Plänen. Aber auch andere wichtige Fragen sind unbeantwortet. Zum Beispiel diese hier: In welcher Art Behausung werden Menschen auf dem Mars leben? Eine aktuelle Design-Studie des Langley Center der NASA beantwortet diese Frage mit einer Art Iglu, dessen äußere Eisschicht die Bewohner vor kosmischen Strahlen schützen soll.


Iglu als Mars-Außenposten

Die Idee hinter der „Ice Home“ getauften Studie ist es, auf dem Mars vorhandene Ressourcen zu nutzen, um daraus eine Behausung zu bauen. So müssten deutlich weniger Materialien von der Erde mitgebracht werden.


Das „Ice Home“ entstand in Zusammenarbeit mit den Teams von Space Exploration Architecture (SEArch) und dem Clouds Architecture Office (Clouds AO). Kevin Kempton, der für das Langley Center an dem Projekt beteiligt war, bezeichnete die Behausung als „momentan beste Lösung für einen ersten Mars-Außenposten.“ Das „Ice Home bietet wesentliche Vorteile gegenüber Bunkern unter der Oberfläche des Mars oder Aluminium-Konstruktionen.

Eis schützt die Bewohner

Die äußere Hülle des „Ice Home“ kann Wasser aufnehmen, das potentiell in großen Mengen auf dem Mars gewonnen werden kann. Dieses gefriert und schützt die Bewohner des Iglus dann vor kosmischen Strahlen. Die Konstruktion soll sehr leicht sein und so schnell und unkompliziert aufgebaut werden können.

Die Eisschicht soll lichtdurchlässig genug sein, um im Inneren für eine helle, freundliche Atmosphäre zu sorgen. Um eine Innentemperatur von 22° C aufrechterhalten zu können, isoliert eine mit CO² gefüllte Schicht das Innere von der Eisschicht.

Neben den Aufenthaltsräumen bietet das Mars-Iglu noch einen Arbeitsbereich. Insgesamt sollen sich vier Astronauten in der Struktur über längere Zeit aufhalten können. Selbstverständlich gibt es im Inneren des Iglus eine Atmosphäre, sodass die Bewohner nicht auf Raumanzüge angewiesen sind. „When we go to Mars, we will stay there for a long time. We will need a place to service the robotic equipment that will be out there working for us in very difficult environments. Doing work while wearing pressurized gloves is a lot like wearing clown gloves, and simple things are hard to do and your hands get tired real quickly„, so Kempton.

Noch ist nichts sicher

Das Projekt befindet sich aktuell noch in der Konzeptualisierungs-Phase und stellt noch lange nicht eindeutig die endgültige Lösung für einen Außenposten auf dem Mars da. Bis wir uns auf den Weg in Richtung des roten Planeten machen können, wird noch genug Zeit vergehen, um auch anderen Vorschlägen Raum zu geben und sich dann in Ruhe zu entscheiden. Ein Problem könnte der Baustoff sein. Eis und damit Wasser gibt es im Boden des Mars zur Genüge. Allerdings hat bisher noch niemand einen Weg gefunden, es effizient und kosteneffektiv aus dem Boden zu holen.

Das „Ice Home“ hat den ersten Preis in der ersten Runde der 3D Printed Habitat Challenge Design Competition der NASA gewonnen. In der zweiten Runde geht es um die Praktikabilität der Konzepte. Und es könnte gut sein, dass das „Ice Home“ dabei auf der Strecke bleibt.

via NASA

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